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Europa Travel 17. Juli 2018

Gotlands brutale Schönheit und der Luxus der Öde

Als wir in den Hafen von Visby einfahren, die Stadt aus der Ferne bereits erahnen können und die Sonne, die in den Sommermonaten gefühlt nicht untergehen mag, wird mir bereits klar, dass die Insel Gotland anders als das Festland Schweden ist. Ein mitreisender Passagier, der vor vielen Jahren von Stockholm nach Gotland gezogen ist, ließ mich wissen, dass „Gotland nicht Schweden ist“. Auch wenn das Eiland seit 1645 zu Schweden gehört. Auf die Frage, warum das so ist, strahlt er und kommt ins Schwärmen: „Gotland ist ursprünglicher, seine Schönheit umwerfend.“

„Die Insel ist wüst und weit, karg im Norden und saftig grün im Süden. Und an manchen Stellen so leer, dass man das Gefühl hat, sich im Nirgendwo verloren zu haben. Und glücklicherweise sind wir bisher vom Massentourismus verschont geblieben, auch im Sommer kann man Plätze auf der Insel finden, die menschenleer sind“, so der großgewachsene Schwede mit seinen leuchtend blauen Augen und strohblonden, von dem Meerwasser ausgewaschenen Haaren, dessen Name ich leider vergessen habe.

Visby, Gotlands Hauptstadt und seit 1995 Weltkulturerbe der UNESCO ist eine brutale Überraschung für mich mit seinen zahlreichen verwunschenen Häuschen und Rosenbüschen. Neben 200 mittelalterlichen Gebäuden, 13 Kirchenruinen, einem Dom und zwei Klöstern, gibt es zahlreiche Cafés und Restaurants, die so gut sind, dass sie zweifelsohne jede Erwartung erfüllen. Zum Beispiel das Vinäger im Herzen der Stadt, welches ein perfektes Beispiel ist für die Vielseitigkeit Gotlands. Während zwar immer wieder ein kühle Luftbriese dafür sorgt, dass ich nicht vergesse, dass ich mich auf einer Insel in der Ostsee befinde, ist das Vinäger mit seinen weißen Sonnenschirmen, offenem Innenhof, Feigenbäumchen, einem verspielten Brunnen und zahlreichen Topfpflanzen ein Ort, welchen ich eher in Südfrankreich oder auf einer Insel im Mittelmeer erwartet hätte. Lisa Strannesten, die gemeinsam mit ihrem Mann u.a. das Vinäger führt und viele Jahre im Ausland gelebt und viel gereist ist, hat hier auf Gotland einen Ort geschaffen, der perfekt ist.

Nicht mal eine halbe Stunde mit dem Auto entfernt befindet sich der Ort Tofta, der für seinen langen Sandstrand bekannt ist. Dort, direkt am Meer, befindet sich die „Surflogiet“. Ein Ort, der so schön ist, dass seine Schönheit kaum auszuhalten ist. Petter, noch nicht mal 30 Jahre alt, hat den Ort mit seinem Team zu neuem Leben erweckt. „Besonders gut schläft es sich in unseren Zelten, meint Petter mit einem Strahlen im Gesicht: Unsere Betten, die besten Betten der Welt und die Bettwäsche ist von Hästens, jedes Zelt ist individuell eingerichtet.“ Glamping für Fortgeschrittene also.

Aus den Boxen tönt „Into the Sun“ von Sons of the East. Ein Song, der mich an diesem Abend noch länger begleitet. Es ist mittlerweile ziemlich spät geworden. Ein feuerroter Streifen ist immer noch am Horizont zu sehen, obwohl die Sonne schon vor längerem in das Meer eingetaucht ist. Barfuß stehe ich im Wasser. „Will I see you soon“ lautet eine Zeile aus dem Song „Into the Sun“. Wenn ich an die Eigenheit Gotlands, deren Bewohner, Ruhe, Weite und Öde der Landschaften denke, ist die Antwort ganz einfach: „Varje fall, auf jeden Fall!“. 

 

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Dieser Beitrag ist in Kooperation mit Destination Gotland entstanden. Der vorliegende Beitrag spiegelt die persönliche Meinung des Autors wider.

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