Wer Athen zuletzt vor zehn Jahren gesehen hat, sollte wiederkommen. Plaka mag touristisch sein, aber wer die richtigen Abzweigungen kennt, landet in Anafiotika, schlendert auf den Areopag und versteht plötzlich, warum diese Stadt gerade so viele Leute nicht mehr loslässt.
Die A77 Suites liegen genau hier: zentral, aber ohne das Gefühl, im Epizentrum des Massentourismus einquartiert zu sein. Keine zehn Minuten von der Akropolis entfernt, und man merkt es kaum. Dass das Haus zur Kollektion von Small Luxury Hotels of the World gehört, überrascht zunächst: denn ein klassisches Hotel ist es eigentlich nicht. Eher eine Wohnung, die jemand mit sehr gutem Geschmack vermietet.

Das Haus ist ein neoklassizistisches Stadtpalais aus dem 19. Jahrhundert, versteckt in der Adrianou Street, eine der belebtesten Straßen der Stadt. Der Eingang führt durch einen Designerstore im Erdgeschoss: Kleider, Schmuck lokaler Designer, eine kurze Begrüßung.
Zwölf Suiten, renoviert 2019, sorgfältig restauriert: Stuckdecken, freiliegendes Mauerwerk, schmiedeeiserne Balkone. Das Interieur bewegt sich irgendwo zwischen privatem Stadtpalais und Modemagazin-Editorial: samtene Sessel in Austerngrau, Pastellblau an den Holzfensterrahmen, Kupferarmaturen, Marmorbäder mit Lorenzo-Villoresi-Produkten und großzügigen Regenbrausen. Bereits die günstigste Kategorie kommt mit eigenem Sitzbereich: Die Iconic Suite hat einen privaten Außenbereich mit Hot Tub und direkten Blick auf die Akropolis.

Das Frühstück wird am Vorabend per iPad bestellt und aufs Zimmer gebracht, mit Ankunftszeit nach Wahl. Zur Auswahl stehen eine griechische, eine amerikanische und eine englische Variante: Wer in Athen frühstückt, nimmt die griechische: Strapatsada mit lokalem Feta, Dakos-Salat, griechischer Joghurt. Potenzial nach oben wäre durchaus da: Griechenland hat eines der besten Lebensmittelangebote Europas: Honig, Oliven, regionale Käsesorten und ein Frühstück, das das stärker abbildet, würde zum Charakter des Hauses passen. Wer abends nicht nach draußen möchte, kann auch Hauptgerichte ordern.

Kein Restaurant, keine Bar, kein Pool: Wer das braucht, ist hier falsch. Wer es nicht braucht, hat Plaka vor der Tür: Tavernas, Kafeneia, der Monastiraki-Markt um die Ecke. Die Akropolis in neun Minuten zu Fuß, Syntagma in zehn, die Metro um die Ecke: Für einen ersten Athen-Besuch kaum zu überbieten.






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