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Feuilleton Finnland Kunst 7. Februar 2017

Schwule Fantasien und die homoerotische Welt des Tom of Finland

Erst kürzlich haben wir das Design-Duo Saana ja Olli in ihrem geschichtsträchtigen Haus im finnischen Turku besucht, der ehemaligen Heimat des Künstlers Touko Laaksonen, alias Tom of Finland. Zeichnungen von netten Jungs mit großen Geschlechtsteilen, sind die Handschrift von Tom, der die Schwulenszene der 1950er Jahre stark geprägt hat. Vom Grafik-Designer am Tag zum Erotik-Zeichner in der Nacht, gilt Tom als einer der bedeutendsten Protagonisten der homoerotischen Szene. Mit seinen Zeichnungen von heroischen Männern, die ihre homosexuellen Vorlieben offen zur Schau stellen, wollte er für Freiheit und ein positives Ansehen von Schwulen in der Gesellschaft kämpfen. „I wanted to show Gays they can feel happy together. I wanted to tell them they have a right to enjoy life in their was – Gays beging together feeling happy, being proud of who they are.“ So sind seine gezeichneten Männer allesamt gesunde und athletische Archetypen, meist in Uniform oder Leder, die ihre natürlichen sexuellen Instinkte frei ausleben.

1965, Graphite on paper, Collection of Tom of Finland Foundation

Dian Hanson lässt im Bildband Tom of Finland XXL, mit Hilfe der Tom of Finland Foundation in L.A., die bedeutendsten Werke nochmal Revue passieren. Auf 666 Seiten sind mehr als 1.000 Zeichnungen zu sehen, die die persönliche Entwicklung und sexuellen Vorlieben vom 18-jährigen Tom in den 1930er Jahren, bis hin zum Lederjacken tragendenden Biker der 1950er Jahren zeigen.

Auch heute noch sind seine Werke von großer Bedeutung für die Schwulen-Szene. Kreative aus allen Bereichen wie Bruce Weber, Tom Ford und Jean Paul Gaultier sind noch immer inspiriert von Tom’s Arbeiten und Botschaften.

1984, Graphite on paper

 

Das Wäinö Aaltonen Museum of Art in Turku zeigt noch bis zum 19.03.2017 Werke von Tom of Finland.

Dian Hanson: „Tom of Finland XXL“ erschien bei Taschen, 666 Seiten, 49,99 Euro

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