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Europa Italien Travel 7. Januar 2016

Auf in die Lombardei

„Das schönste an der Lombardei sind die Seen“, schwärmte Goethe einst. Doch nicht nur die Seen versetzen unter strahlend blauem Himmel ihre Besucher in Begeisterung. Sondern auch unzählige magische Landschaften, faszinierende Metropolen und unendliche Gaumenfreuden. Ja, die Lombardei, das Piemont und das Valle d´Aosta sind verlockende Reiseziele in Norditalien. Einerseits die wunderbare mediterrane Atmosphäre am Gardasee und Lago Maggiore, kulinarische Highlights (von Barolo bis zu Trüffeln) im Piemont, hochalpine Skiparadiese in den Alpenregionen, die Modehochburg Mailand oder die FIAT-Metropole Turin.

Iseo 2015 © Michael André Ankermüller
Iseo 2015 © Michael André Ankermüller

Vergangenen Sommer habe ich, wie ihr wisst, einige Tage in der Lombardei verbracht. Mittlerweile, die ersten Schneeflocken sind gefallen, wünsche ich mir diese Zeit zurück: Die oberitalienischen Seen, wo im milden Klima Palmen und subtropische Pflanzen vor einer schneeüberzuckerten Berglandschaft wachsen. Oder die prachtvollen Villen inmitten botanischer Gartenparadiese, die an den Ufern der tiefblauen Seen liegen. Sowie jene vollmundige Rotweine wie Barolo und Barbera, die zu den besten Italiens zählen und Weltruhm erlangt haben.

Flüssiges Gold 2015 © Michael André Ankermüller
Flüssiges Gold 2015 © Michael André Ankermüller
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Bellavista 2015 © Michael André Ankermüller

Bereits zu Zeiten des Heiligen Römischen Reiches sowie in der Epoche der rivalisierenden Großmächte, während der Bewegung des Risorgimento bis hin zu Mussolini und seiner Marionettenrepublik in Salò galt die Lombardei als Schüssel zu Italien. Und klar, die mondäne Metropole Mailand ist tonangebend, vielleicht sogar insgeheim die heimliche Hauptstadt Italiens, wo die gesellschaftlichen Kräfte Medien und Mainstream, Arbeit und Kapital, Kreativität und Konsum immer wieder neu ausbalanciert werden. Doch die Lombardei bietet natürlich viel – und zwar wirklich sehr viel – mehr als Mailand.

Wein, Wein, Wein 2015 © Michael André Ankermüller
Wein, Wein, Wein 2015 © Michael André Ankermüller
Wein, Wein, Wein 2015 © Michael André Ankermüller
Wein, Wein, Wein 2015 © Michael André Ankermüller

Bergamo

Wem Architektur gefällt, sollte unbedingt nach Bergamo reisen. Denn dort thront auf einem 350 hohem Hügel mit weiten Blick über die fruchtbare Poebene die wunderschöne Città Alta, eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Architekturensembles in ganz Italien. Und unterhalb der Città Alta erstreckt sich die moderne sowie geschäftstüchtige Città Bassa. Ganz besonders beeindruckend ist der vollständig erhaltene venezianische Mauerring der Città Alta aus dem 16. Jahrhundert mit seinen Bastionen und Toren. Wer Lust auf Shoppen und Flanieren hat, kommt an der Via Gómbito nicht vorbei. Und natürlich: Durchquert man die Arkadenhalle des Palazzo della Ragione wird man von der Pracht des Domplatzes, dem ältesten Kern von Bergamo erschlagen. Bei Sonnenschein: ein tolles Gefühl.

Bergamo 2015 © Michael André Ankermüller
Bergamo 2015 © Michael André Ankermüller
Bergamo 2015 © Michael André Ankermüller
Bergamo 2015 © Michael André Ankermüller
Blick auf die Città Bassa 2015 © Michael André Ankermüller
Blick auf die Città Bassa 2015 © Michael André Ankermüller
Bergamo 2015 © Michael André Ankermüller
Bergamo 2015 © Michael André Ankermüller

 

Lago di Iseo und Iseo

Wer Schaumwein liebt, wird nicht daran vorbeikommen in das Weinanbaugebiet der Frianciacorta zu fahren, das bereits im 16. Jahrhunderte eine beliebte Sommerfrische des Brescianer Adels war. Heute hingegen nennt man die Region auch die „Champagne Italiens“. Als erste unter den italienischen Schaumweinen erhielten die in Flaschengärung gezogenen Spumanti der Franciacorta im Jahr 1995 das DOCG-Prädikat. Hier reifen die Rebsorten Chardonnay und Pinot Noir, die von den hiesigen Winzern nach der Methode Champenoise ausgebaut werden. Einen Ausblick über die Produktion der verschiedenen Weingüter bekommt man in der großen Weinhandlung Cantine di Franciacorta. Das Auto also am besten zuhause stehen lassen. Super baden kann man am Südufer des siebtgrößten Sees in Italien, um den hübschen Hauptort in Iseo.

Iseo 2015 © Michael André Ankermüller
Iseo 2015 © Michael André Ankermüller
Iseosee 2015 © Michael André Ankermüller
Iseosee 2015 © Michael André Ankermüller
Iseosee 2015 © Michael André Ankermüller
Iseosee 2015 © Michael André Ankermüller
Iseosee 2015 © Michael André Ankermüller
Iseosee 2015 © Michael André Ankermüller

Chiavenna

Ein Geheimtipp ist der kleine Ort Chiavenna, der sich nördlich des Comer Sees im Valchiavenna ausbreitet, wo die Flüsse Mera und Liro zusamenfließen. Dieser Ort scheint mystisch zu sein. Kein Wunder, dass es dort Friedrich Nietzsche gefallen hat. Von hohen, etwas düsteren Bergen wird der Chiavenna eingerahmt. Doch der Ort hingegen ist recht idyllisch. Aber ehrlich: Man muss es einfach selbst gesehen haben. Besonders spannend sind die für Chiavenna typischen „Crotti“, die früher zur Aufbewahrung von leicht verderblichen Lebensmitteln wie zum Beispiel Fleisch gedient haben. In der Crotta Ombra sitzt man unter Felsen und kann Gnocchetti alla Chiavennasca und Bresaola in verschiedenen Zubereitungen genießen. Oder den eigenen, im Fels gereiften Käse. Super lecker. Ich würde sagen, wir sehen uns im Sommer in der Lombardei.

Chiavenna 2015 © Michael André Ankermüller
Chiavenna 2015 © Michael André Ankermüller
Chiavenna 2015 © Michael André Ankermüller
Chiavenna 2015 © Michael André Ankermüller

3 Comments

  1. Sehr schöne Tips, Herr Ankermüller. Ich werde mal auf deinen Pfaden wandeln!

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