Inspired by Tim Chimoy

Tim Chimoy

Von überall arbeiten und überall leben können. Kein Büro und keine geregelten Arbeitszeiten. Abwechslung ist wichtiger als Aufstieg, Freiheit wichtiger als ein festes Gehalt. Der Traum vieler Menschen. Und auch der Traum von mir, dem ich schrittweise mit Blog Bohème immer näher komme. Die Rede ist vom sogenannten „Digitalen Nomadentum“.

Da ich mich seit einiger Zeit mit ortsunabhängigen Arbeiten auseinandersetze, möchte ich Euch auf Blog Bohème in Zukunft mehr davon erzählen. Zumal ich ab Januar 2017 zu 100% selbstständig sein werde und weiter an meinem ortsunabhängigem Business arbeite.

Wer die Begriffe „digital“ und „Nomade“ bei Google eintippt, wird nach nur kurzer Recherchezeit auf die Webseite „Earthcity“  sowie auf das „Handbuch zum ortsunabhängigen Arbeiten“ stoßen. Der Autor: Tim Chimoy, der zu den ersten und erfolgreichsten digitalen Nomaden in Deutschland zählt. „Lebe nach deinen eigenen Regeln und verändere die Welt mit neuen Ideen“, so der Slogan seiner Webseite. Klingt gut! Zeit für eine neue Folge Inspired by.

Wie bist du eigentlich Digitaler Nomade „geworden“, Tim?

Es gibt wohl zwei Vorraussetzungen, um „Digitaler Nomade“ zu sein. Man muss einen Job haben, den man von überall machen kann und man muss häufiger mal den Ort wechseln. Nachdem ich erfolgreich selbstständig war und nicht an einen Ort gebunden, habe ich mich dann ins Reise-Abenteuer gestürzt. Nach 5 Jahren habe ich nun aber wieder ein relativ festes Zuhause in den Bergen Nordthailands.

Wie kann man sich deinen Alltag vorstellen?

Alltag habe ich nicht. Ich versuche aber, meine Tage immer ähnlich zu strukturieren. Morgens mache ich gern Sport und Frühstücke ausgiebig. Ab Mittags arbeite ich oder nehme Termine wahr, das kann je nach Abendplanung auch spät werden.

Wie lange bleibst du jeweils in einem Land?

Ich bin mal für 2-3 Jahre im 2-3 Monatsrythmus von Land zu Land gehüpft, aber die Phase habe ich hinter mir gelassen. Das ist auf Dauer nichts. Mittlerweile lebe ich in Chiang Ma und reise, wie andere Leute auch, mal für zwei, drei oder vier Wochen irgendwo hin. Da ich mir die Arbeit mitnehmen kann, bleib ich auch mal länger. Aber die Vagabundenzeit ist bei mir nun eher abgeschlossen.

Wie startet man eine Karriere als Digitaler Nomade?

Leider gar nicht. Man kann keine Karriere als Digitaler Nomade starten, da es kein Beruf ist. Du kannst eine Karriere als Coach, Webdesigner, Gründer, Entwickler, Serial Entrepreneur oder was auch immer starten, und dann die Entscheidung treffen, deine Koffer zu packen. „Digital Nomad“ ist ja nur eine Bezeichnung für Menschen, die digitales Arbeiten und Reisen verbinden. Das darf man nicht verwechseln.

Das viele Reisen ist sicherlich auch sehr anstrengend. Sehnst du dich manchmal nach Ruhe und Beständigkeit?

Ruhe und Beständigkeit nicht. Die langweilen mich schnell. Aber in meiner wilden Reisezeit habe ich mich oft nach anderen Menschen und engeren Bindungen gesehnt. Wohl der Grund, warum ich mittlerweile meine Strategie geändert habe und wieder heimischer werde. Aber ich werde auch weiterhin häufig reisen.

Wie pflegst du soziale Kontakte, wenn du viel unterwegs bist? Macht dich das viele Reisen einsam?

Dauerreisen macht einsam. Klares Ja! Man trifft zwar unterwegs Gleichgesinnte, aber enge Beziehungen entstehen da nicht. Dafür muss man sich feste Orte aussuchen.

Kannst du dir vorstellen, eines Tages wieder ein ganz „gewöhnliches“ Leben mit Routine und Alltag zu führen?

Gewöhnlich klingt beängstigend. Ich möchte, dass mein Leben bis zum letzten Atemzug ein Abenteuer bleibt! Aber ein kleines bisschen mehr Routine und Alltag wird sich sicher über die nächsten Jahre wieder einschleichen.

Welches Land empfiehlt sich am meisten für Digitale Nomaden und was sind die Hauptkriterien für die Länder in denen du lebst?

Ich bin ja in Thailand hängen geblieben. Neben der tollen Kultur, dem guten Essen und dem Wetter hatte dies natürlich auch beziehungstechnische Gründe. Thailand ist toll. Aber die Welt ist voller toller Länder. Pauschal kann man da keine Tipps geben, jeder hat seine Vorlieben.

Sehr viele Leute, gerade in der Millenial-Generation sehnen sich nach mehr Abwechslung im Berufsleben. Das Digitale Nomaden Leben ist für viele die berufliche Erfüllung. Wie denkst du wird sich dieser Trend langfristig verändern?

Ortsunabhängig(er) zu arbeiten wird in wenigen Jahren nichts besonderes mehr sein. Die aktuelle Bewegung der Digitalen Nomaden wird über kurz oder lang im Mainstream aufgehen. Es gibt ja auch unterschiedliche Abstufungen davon, wie sehr jemand die örtliche Freiheit auskosten will.

Auf welchen Seiten kann man sich am besten über Digitale Nomaden informieren. Welche Seiten findest Du besonders gelungen und inspirierend.

Neben meinem eigenen Podcast „I Love Mondays“ empfehle ich gerne auch den „Digitale Nomaden“ Podcast meiner Hamburger Kollegen. Ich mag das Format Podcasts. Wer lieber liest, kann mal bei Sebastian Kühns „Wireless Life“ oder bei Basti Baramis „Officeflucht“ vorbeischauen. Auch tolle Seiten zum Thema, mit vielen guten Infos.

Welche rechtliche Hürden gibt es als Digitaler Nomade zu nehmen? Meldepflicht zum Beispiel? Oder wie sieht es mit Krankenversicherung und diesem ganzen bürokratischen Wahnsinn aus?

Das sind keine Hürden. Man geht zum Amt und meldet sich ab. In Berlin geht das sogar postalisch. Krankenversicherung genau so. Da gibt es viele gute Tipps im Netz. Alles machbar. Anstatt sich gedanklich wegen sowas zu blockieren, sollte man seine Energie lieber auf den Aufbau des eigenen Businesses investieren!

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