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Anzeige Best Of Travel 16. Oktober 2018

Places We Love: Bikini Island & Mountain Hotels

Über ein Hotel zu schreiben, mehrmals habe ich es schon erwähnt, ist kein leichtes Unterfangen. Die Gründe liegen auf der Hand: meistens und gerade heutzutage reicht es, den Namen eines Hotels in das Suchfeld von Google zu tippen, um eine Vielzahl von Bewertungen diverser Reiseplattformen ausgespuckt zu bekommen. An zweiter Stelle wechseln sich dann Artikel und Anzeigen diverser Tages- und Wochenzeitungen sowie unzähliger Reise- und Lifestyleblogs ab.

Oftmals begegne ich immer den gleichen Beschreibungen: Das Interieur wird besprochen, die Küche für ausgezeichnet, gut oder mittelmäßig befunden, das Zimmer nach seiner Größe, Helligkeit sowie Sauberkeit bewertet. Und noch vieles mehr, vollgepackt mit Fotos.

Und in der Seitenleiste werden wir dazu aufgefordert, hier und jetzt zu buchen. Mit Rabatt versteht sich, klar. Dieser Text ist keine weitere Beschreibung eines wirklichen tollen Hotels. Das wäre überflüssig. Dafür – ich bin zu spät dran, um der Erste gewesen zu sein- wurde bereits zahlreich über jenes neu eröffnetes Hotel in Port de Soller auf Mallorca geschrieben. Tausende Fotos zirkulieren bereits im Netz, auf Instagram und Facebook. Und auch auf YouTube kann man einige Zeig damit verbringen, sich das Hotel und die Umgebung anzuschauen.

Spätestens jetzt stelle zumindest ich mir die Frage, wieso ich dort überhaupt noch hinreisen möchte?

Ich als Reporter, von lateinisch „reportare – zurückbringen“, möchte Euch einen eigenmächtigen, manchmal kritischen und weltwachen Blick auf das Erlebte zeigen. Ich als Schreiber, bin auch immer selbst Leser, und erwarte von einem Text, das er mich packt, inspiriert und weiter bringt. Und mich nicht mit leeren Worthülsen enttäuscht. Denn Lebenszeit geht auch beim Lesen von Inhaltslosigkeit verloren.

Ich sitze in einem Rattanstuhl auf dem Balkon meines Hotelzimmers. Der Rauch des Räucherstäbchens, das ich gerade angezündet habe, schützt mich vor Moskitostichen. Aus den Boxen, die fast überall im Hotel zu finden sind, läuft ein Song von The XX. Die Sonne scheint, während am Tag und Vortag meiner Anreise, starker Dauerregen auf den Nordosten der Insel niederprasselte und Tote, Chaos und Schäden in Millionenhöhe verursachte.

In der Ferne, fasst zum Greifen nah, ist die Hafenbucht von Port de Sóller zu sehen, die sich perfekt in die imposante Berglandschaft des Tramuntana Gebirges einfügt. Und gleichzeitig – auch wenn ununterbrochen Musik aus den Boxen schallt-  ist die Ruhe im Bikini Island besonders. Und die Auswahl der Musik so gut, dass man sich wünscht, die Playlist am liebsten nach Hause mitnehmen zu können. Und das Essen so lecker, das man problemlos mehrere Tage im hauseigenen Neni essen kann und das Hotel nicht verlassen muss, wenn man nicht möchte.

Die wilden 1960er Jahre San Franciscos, der sogenannte „Gypset Style“ waren für das Konzept des Hotels ausschlaggebend. Am meiner Zimmerdecke ist ein riesiges rosafarbenes Peace Zeichen aufgemalt. Und auch sonst ist mein Zimmer und das gesamte Hotel fröhlich und gleichzeitig stimmig bunt gestaltet. In der Donkey-Bar des Hotels wurden die Säulen – wie man es aus manchen Großstädten kennt – einfach eingestrickt. Details wie diese findet man immer wieder in dem Hotel, wenn man die Augen offen hält.

„Eine Mischung aus Entspanntheit und Hedonismus. Perfekt für alle, die Zeit, Freiheit und Kreativität genauso schätzen wie ein bisschen Luxus hier und da. Man könnte es einen individuellen Ort für Individualisten nennen. Oder einfach den perfekten Platz um loszulassen und das Leben zu feiern.“, heißt es auf der Webseite des Hotels. Stimmt, finde ich. Bis ins letzte Detail ist das Hotel gestaltet. Eine riesige Bücherwand, ein eigenes Zimmer, vollgestellt mit Schallplatten und Kompaktkassetten, überall Möglichkeiten sich zu setzen und durchzuatmen und das erste Neni Mallorcas, voll mit Pflanzen und Makramee-Blumenampeln und bunten Blumentöpfen ist ein weiteres Herzstück des Hotels. Und so gut gestaltet, dass wirklich jeder, den ich sah, ein Foto davon macht. Oder das erste Hotel-Spa mit den Produkten von Santaverde, die im Gegensatz zu vielen klassischen Spa-Marken echte, zertifizierte Naturkosmetik von hoher biologischer Qualität bietet.

Nun, Port de Sóller ist bekannt als Kleinod unter Mallorcas Orten. Auch wenn, zumindest mein Eindruck, der Tourismus in dem malerischen Küstenort an jeder Ecke zu spüren ist. Etwas irritierend ist es schon, dass nahezu in jedem Restaurant, und davon gibt es zahlreiche am Hafen und entlang der Hafenpromenade fast akzentfreies Deutsch gesprochen wird. Die berühmte Straßenbahn, die Sóller mit dem Hafen verbindet, schlängelt sich alle dreißig Minuten an den Touristen vorbei und wirkt wie aus der Zeit gefallen. Ein Glück, kann man sagen, dass Port de Sóller mit dem Bikini Island um einen Rückzugsort reicher geworden ist. Wer hier übernachtet, liebt gutes Design und ist offen für die Welt. Der Ballermann wirkt ganz weit weg und San Francisco ganz nah. Und das muss man erstmal hinbekommen auf Mallorca. Die Macher des Bikini Island haben genau das geschafft. Ungezwungen und unaufdringlich.

Die Sonne ist mittlerweile hinter dem Gebirge verschwunden. Einzelne Sterne leuchten unfassbar hell in dieser wolkenlosen Nacht. Das Bikini Island ist ein toller Ort, um mal so richtig runterzukommen und erinnert mich daran, dass die beste Zeit immer genau jetzt ist.

Dieser Beitrag ist in Kooperation mit Design Hotels entstanden. Der vorliegende Beitrag spiegelt die persönliche Meinung des Autors wider.

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