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Fotografie Kunst 9. August 2015

Hätte Warhol Instagram gehasst oder geliebt?

„Ein Foto bedeutet, dass ich von jeder Minute weiß, wo ich war. Deshalb mache ich Fotos. Das ist eine Art visuelles Tagebuch.“  

Wenn man diesen Satz von Andy Warhol liest, kommt man relativ schnell zu der Annahme, dass er höchstwahrscheinlich eine große Freude an der Reichweite und Geschwindigkeit der sozialen Medien gehabt hätte. Anstatt Instagram nutzte Warhol jedoch seine Polaroid-Kamera: schnell, authentisch und unmittelbare Bilder. Über Jahrzehnte fotografierte er mit seiner Kamera – fast schon besessen – Rockstars, Pornosternchen, Schriftsteller, Politiker, Menschen, die er bewundernswert fand wie Man Ray, Marc Chagall, John Lennon, Jimmy Carter, Karl Lagerfeld, Tina Turner oder Salvador Dali. Oder wahre Freunde wie Charles Henri Ford. Aufnahmen von Zungenküssen, halbnackte Liebespaare, die sich umarmen und Nahaufnahmen von Geschlechtsteilen. Oder Aufnahmen von seinen Schuhen, einen Gartenzwerg oder eine verschütteten Cola. Doch eine Sache fotografierte er am liebsten: nämlich sich selbst.

Warhol
© The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc., Andy Warhol, 1970

„Andy Warhol war ein unermüdlicher Chronist des Lebens und seiner Begegnungen. Von den späten 60er-Jahren bis zu seinem Tod 1987 trug er praktisch auf Schritt und Tritt eine Polaroidkamera bei sich, mit der er eine gewaltige Sammlung an Sofortbildern von Freunden, Liebhabern, Mäzenen, Prominenten, Unbekannten, Landschaften, Modischem und sich selbst anhäufte.“ schreibt der TASCHEN Verlag.

Warhol
© The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc., Jane Forth and Max Delys, on the set of ‚L’Amour‘, Paris, 1970

Andy Warhols  Bildband „Polaroids 1958-1987“, welcher kürzlich im TASCHEN Verlag erschienen ist, ist eine Zeitreise durch das New York der 1960er, 1970er und 1980er Jahre. Als Leser taucht man ein in eine glamouröse Welt, die damals für den Normalbürger nahezu unerreichbar war. Eben jene Welt  aus skandalumwitterten Künstlern, Schauspielern, Außenseitern und schrägen New Yorker Promis, die sich in Warhols Studios, der berühmt-berüchtigten Factory, trafen.

Warhol
© The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc., Candy Darling, 1969

“Andy Warhol. Polaroids reads like the Instagram feed that might have been… the book is itself a snapshot of culture and celebrity in the latter half of the 20th century.” (Architecturaldigest.com)

 Andy Warhol. Polaroids Richard B. Woodward, Reuel Golden  Hardcover, Schweizer Bindung mit Doppelcover, 27 x 34 cm, 560 Seiten
Andy Warhol. Polaroids
Richard B. Woodward, Reuel Golden (Hg.)
Hardcover, Schweizer Bindung mit Doppelcover, 27 x 34 cm, 560 Seiten, © Taschen Verlag

Andy Warhol. Polaroids 1958 – 1987

Richard B. Woodward, Reuel Golden

Hardcover, Schweizer Bindung mit Doppelcover, 27 x 34 cm, 560 Seiten,

€ 74,99

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