Zwischen den nebelverhangenen Hängen des Anaga-Gebirges und dem Atlantik erstreckt sich Santa Cruz de Tenerife, die Hauptstadt der Insel mit über 210.000 Einwohnern, die durch ihre Lage zwischen Vulkan und Ozean eine unverwechselbare Identität entwickelt hat.
Während der sonnenverwöhnte Süden mit großen Resorts, Luxushotels und breiten Sandstränden lockt, bietet Santa Cruz de Tenerife eine überraschende Urbanität, die durch weitläufige Promenaden, verwinkelte Altstadtgassen rund um die Plaza de España und eine Architektur geprägt ist, die historischen Charme nahtlos mit avantgardistischen Akzenten wie beispielsweise dem Auditorio de Tenerife von Architekt Santiago Calatrava oder dem markanten Museumsbau TEA – Tenerife Espacio de las Artes des Architekturbüros Herzog & de Meuron verbindet.
Santa Cruz ist kein klassischer Badeort und genau darin liegt sein Reiz. Statt Hotelburgen und Strandpromenaden prägen Theater, Museen, Parks, Palmen und elegante Boulevards das Stadtbild. Man flaniert durch schattige Alleen, trinkt Cortado in kleinen Cafés und erreicht dennoch in wenigen Minuten den Atlantik oder die wilden Landschaften des Anaga-Gebirges. All das macht deutlich, dass Teneriffa weit mehr ist als nur ein winterlicher Zufluchtsort für Sonnenhungrige.
Vergangenheit und Gegenwart
Nur wenige Kilometer landeinwärts liegt mit San Cristóbal de La Laguna ein lohnender Abstecher. Bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts hinein war die Universitätsstadt die Hauptstadt Teneriffas. Noch heute wirkt ihre Altstadt wie aus einem Guss: bunt verputzte Fassaden, geschnitzte Holzbalkone und ein Stadtgrundriss aus der Kolonialzeit prägen das Bild. Mehr als 350 Gebäude aus dem 16. bis 18. Jahrhundert haben sich hier erhalten. Seit 1999 gehört das historische Zentrum zum UNESCO‑Welterbe, als einzige Stadt der Kanaren. Von Santa Cruz erreicht man die Stadt mühelos mit der Straßenbahn.
Ganz anders präsentiert sich die heutige Hauptstadt Santa Cruz, nämlich heterogener, fast widersprüchlich: Klassizistische Fassaden stehen neben modernen Betonbauten, historische Ornamente neben Architektur der Nachkriegszeit. Im Wechsel mit Las Palmas de Gran Canaria ist Santa Cruz zudem Sitz der Regionalregierung der Kanarischen Inseln. Zusammen mit La Laguna bildet die Stadt heute das wirtschaftliche, kulturelle und auch politische Zentrum Teneriffas.
Lange jedoch stand Santa Cruz im Schatten der älteren Nachbarstadt. Während La Laguna Universität, Geschichte und den Ruf einer eleganten Kolonialstadt besaß, galt Santa Cruz vor allem als Hafen‑ und Verwaltungsstadt. Containerterminals versperrten lange den Blick auf den Atlantik, touristisch spielte die Hauptstadt kaum eine Rolle. Viele Besucher machten lediglich einen kurzen Zwischenstopp auf dem Weg zum rund zehn Kilometer entfernten Strand Las Teresitas. Erst in den vergangenen Jahrzehnten begann Santa Cruz, sich mit neuen Bauprojekten, Kulturinstitutionen und einer stärkeren Öffnung zum Meer neu zu erfinden.
Lokale Highlights
Unverzichtbar für jeden Stadtbesuch ist der Mercado Nuestra Señora de África, der zentrale Markt der Hauptstadt. Hier reiht sich Stand an Stand mit frischem Fisch, tropischen Früchten, Gewürzen und lokalen Spezialitäten: Ein Muss für alle, die das kulinarische Herz von Santa Cruz erleben wollen.
Als lokaler Geheimtipp gilt die Taberna Ramon: Hier trifft sich abends die gesamte Stadt zum Essen, von Familien über Touristen bis Geschäftsleuten.
Ein Stück Hotelgeschichte
Nur wenige Gehminuten vom Zentrum entfernt, gegenüber dem üppigen Parque García Sanabria, steht mit dem Iberostar Grand Hotel Mencey ein Haus, das die urbane Seite der Insel perfekt verkörpert. Der Bau verbindet kanarische Kolonialarchitektur mit klassischer Grandezza. Als einziges Fünf‑Sterne‑Hotel der Inselhauptstadt hat das Mencey über Jahrzehnte hinweg Hollywoodstars, Musiklegenden und Mitglieder europäischer Königshäuser beherbergt.

Das Iberostar Grand Hotel Mencey ist eine feste Größe in Santa Cruz. Der Bau aus den 1950er‑Jahren orientiert sich mit seinen Proportionen und Säulengängen an der kanarischen Kolonialarchitektur und wirkt von außen zunächst streng und repräsentativ. Dahinter öffnen sich Innenhöfe und Gartenbereiche mit Brunnen und geschnitzten Holzbalkonen, die dem Gebäude eine deutlich ruhigere, fast zurückgezogene Atmosphäre verleihen.
Einen Kontrast dazu bilden Spa und Fitnessbereich: Ihre klare Beton- und Glasarchitektur setzt einen zeitgenössischen Akzent zwischen Säulen, Stuckelementen und Kronleuchtern und macht sichtbar, wie das historische Stadthotel im Laufe der Jahrzehnte behutsam erweitert wurde.

Das Haus verfügt über 261 Zimmer. Die Räume sind modern und zurückhaltend gestaltet: Parkettböden, helle Wände und eine klare, fast minimalistische Einrichtung bestimmen das Bild. Alle Zimmer verfügen über Balkon oder Terrasse. Wer es besonders ruhig mag, sollte eine Kategorie mit Blick auf den Innenhof wählen statt auf Garten, Pool oder Stadt.
Das Restaurant Los Menceyes bildet den kulinarischen Mittelpunkt des Hotels. Am Abend und am Morgen füllt sich der große Speisesaal schnell, dennoch bleibt der Service aufmerksam und gut organisiert. Die Küche arbeitet mit hochwertigen Produkten und orientiert sich stark an regionalen Einflüssen.
Das Frühstück wird auf der Terrasse des Restaurants Los Menceyes serviert. Bei gutem Wetter sitzt man draußen mit Blick ins Grüne. Allerdings zeigt sich das Klima im Norden Teneriffas gelegentlich wechselhaft, sodass Regen oder Wind das Frühstück im Freien manchmal verhindern. Das Buffet ist überschaubar, es fehlt jedoch an nichts. Warme Gerichte wie Omelette, Eggs Benedict oder Rühreier werden frisch zubereitet. Daneben finden sich einige lokale Besonderheiten, darunter kanarische Blutwurst, Chocolate‑Chip‑Pancakes, süßes Gebäck und eine ganze Honigwabe zum selbst portionieren.

Santa Cruz bleibt ein Geheimtipp für Kenner. Und das Iberostar Grand Mencey ist mit seiner kanarische Gelassenheit der perfekte Ausgangspunkt, die Stadt und seine vielfältige Umgebung zu erkunden.





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