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Best Of Europa Hotels Travel 6. Januar 2026

Eingecheckt: Hotel Jungbrunn

Das Tannheimer Tal liegt auf 1100 Metern. Wer die Serpentinen hinaufkurvt, lässt das Allgäu hinter sich und betritt eine Welt, die sich seit Jahrzehnten verändert. Hier, auf einer Sonnenterrasse über dem Ort Tannheim, steht das Hotel Jungbrunn, ein Haus, das einmal ein Liftcafé war und heute seine eigene Version von Alpenhotel vertritt.

Die Geschichte beginnt 1957 mit Raimund Gutheinz und dem ersten Skilift des Tals. Eine Skiwasserhütte, ein Café, erste Gästezimmer. Über die Jahrzehnte gesellte sich ein Gebäude zum nächsten, organisch, fast eigenwillig. Heute führt die dritte Generation das Haus: Marcel und Viviana Gutheinz. Und die verwinkelte Architektur erzählt diese Geschichte in Schwarzweißfotografien an den Wänden, in den historischen Steinen der Flure, in der Art, wie alte Substanz und moderne Eingriffe nebeneinander existieren.

© Hotel Jungbrunn

Geographie als Ausgangspunkt 

Die Berge prägen das Tal. Das Tannheimer Tal funktioniert ganzjährig: Im Winter Skifahren und Langlaufen, im Sommer Wandern auf Wegen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade, Mountainbiken, Wassersport an nahegelegenen Seen. Die Berge sind keine Kulisse, sondern bestimmen den Rhythmus.

Diese geografische Realität prägt die Bauweise des Hotel Jungbrunn: Stadelholz, Granit, Loden, Heu, Leder. Materialien, die hier seit Jahrhunderten verwendet werden, weil sie funktionieren.

© Hotel Jungbrunn

Design ohne Dogma 

Ulrika Gutheinz, die Seniorchefin, verantwortet die Gestaltung. 92 Zimmer, Suiten und Appartements, jedes anders. Nach dem Umbau 2024 zeigen die Bergfeuer-Suiten das aktuelle Konzept: alte Fichte und Stadelholz, Loden und Hirschleder, Filz und Messing. Jede Suite mit einer kleinen Stube und eigenem Kamin. Die Landleben-Suiten setzen auf Lehmputz, neue Böden und Stoffe im Landhausstil. Handgeschmiedete Tür- und Fenstergriffe, Tiroler Hutlampen. Die Räume nehmen sich zurück.

In den öffentlichen Bereichen das gleiche Prinzip. Die neue Alpin Lounge mit der Bar „Bartreu“ – benannt nach der Tiroler Landeshymne – und Echtholzkamin bietet Nischen. Holz riecht, Heu atmet, Lehmputz reguliert das Raumklima. Eine Ästhetik, die aus der Substanz kommt.

© Hotel Jungbrunn

Drei Restaurants, drei Konzepte

Drei Restaurants unter einem Dach. Das Kulinarium serviert sechs Gänge mit Optionen: kalorienreduziert, vegetarisch, klassisch. Auf dem Weg dorthin der Weingeist, wo Sommeliers aus knapp 400 Positionen beraten. Im Wirtshaus moderne Tiroler Küche. Im Grill arbeitet das Team über offenem Holzkohlenfeuer, auch vegetarisch und vegan. Küchenchef Martin Pöll verbindet regionale Zutaten mit internationalen Techniken. Man entscheidet täglich, wo man isst. Diese Wahlfreiheit unterscheidet das Haus von anderen Hotels mit Vollpension.

© Hotel Jungbrunn

Beeindruckende Spa-Welt 

Fast 8000 Quadratmeter Wellness verteilen sich über mehrere Ebenen und verschachteln sich in die bestehende Architektur. Der Umbau 2024 brachte eine Bergsauna, ein Natur-Dampfbad, eine Salzinfrarotkabine, einen Eisbrunnen, ein Tepidarium und ein Kneippbecken. Im Außenbereich stehen eine Erdsauna und eine 3D-Sauna mit Bergpanorama. Der neue Liegebereich Atrium wird von einer Faserkonstruktion überspannt, die mit künstlicher Intelligenz und Roboter entwickelt und von Hand ausgeführt wurde. Die erweiterten Außenterrassen haben Schirme für jede Wetterlage bekommen, der Alpen-Beach am Relax-Pool dient als Meditationsplatz. Der Naturbadeteich wird von der hauseigenen Jungbrunn-Quelle gespeist, um die sich das gesamte Areal gruppiert.

© Hotel Jungbrunn

Die Treatments setzen auf Faszientherapie und lokale Massagetechniken, dazu gibt es Spa-Suiten für private Anwendungen. Wer Sport vorzieht, findet Mountainbikes, eine Tennishalle und ein 300 Quadratmeter großes Fitnesshaus. Bis zu 40 wöchentliche Kurse werden angeboten, von Bioresonanztherapie bis Personal Training.

Personal als Erfolgsformel 

Familienbetrieb bedeutet hier nicht Familienmitglieder an der Rezeption, sondern eine Atmosphäre, die über Generationen gewachsen ist. Die Mitarbeiter bleiben, viele seit Jahren. Man kennt sich, kennt die Gäste, deren Vorlieben. Diese Kontinuität schafft Vertrautheit.

Das Jungbrunn ist etabliert, ausgezeichnet, gut gebucht, aber die Geschwister Marcel und Viviana Gutheinz ruhen sich darauf nicht aus. Der Umbau 2024 war für sie, wie sie es formulieren, eine Reise, ein Versprechen, eine Entfaltung. Sie sehen darin einen Grundstein für ein neues Zeitalter, in dem Tradition und Zukunft sich nicht ausschließen müssen.

Gutzeitort nennen sie ihr Hotel, und tatsächlich bleibt man hier, weil man bleiben will: nicht wegen eines einzelnen Details, sondern wegen der Summe aller Teile.

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