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Digitaler Nomade Personal 12. April 2017

Wieso es großartig ist, als Digitaler Nomade zu leben

Es ist Sonntag Abend und ich sitze mit Freunden in meiner Wohnung. Wir unterhalten uns darüber, wie herrlich, unbeschwert und schön das Wochenende gewesen ist. Die Sonne schien den ganzen Tag, der Himmel war tiefblau und die Schlangen vor den Eisdielen gingen nahezu ins Unendliche. Endlich T-Shirt Wetter! Solche Tage erinnern einen immer wieder sofort daran, wie schön das Leben ist, denke ich und nehme einen großen Schluck aus meinem Saftglas. Einer meiner Freunde hingegen wirkt nachdenklich. Er meint, dass das Wochenende toll gewesen ist, aber morgen wieder der „Ernst des Lebens“ beginne. Auf die Frage hin, ob er seinen Job nicht möge, schüttelt er nur mit dem Kopf. „Ja, doch schon. Aber mein Leben lang möchte ich das auf keinen Fall machen.“

Seine Antwort, keineswegs ungewöhnlich, höre ich immer wieder. Von Freunden und Bekannten und von Fremden, die sich lauthals am Handy in der Straßenbahn über ihren Arbeitgeber sowie ihr scheinbar langweiliges Arbeitsleben auslassen. Während das Wochenende nur so an einem vorbeirauscht, wird der Montagmorgen zur Qual. Immer der selbe Weckton, der dich aus dem Schlaf reißt. Daraufhin gestresst unter die Dusche, um dann wenige Minuten später sein lieblos zubereitetes Frühstück runterzuwürgen. Der Weg in die Arbeit, begleitet von den immer gleichen Apps und Playlists auf seinem Smartphone, Morgenmeetings mit seinen Arbeitskollegen, der Austausch über das Wochenende und eine ernüchternde Gehaltsabrechnung am Ende des Monats.

Zeit sich Gedanken zu machen

Immer mehr Menschen beginnen sich eine zentrale Frage zu stellen: „Muss man sich wirklich in eine völlig überholte Arbeitswelt zwängen lassen?“ Meine Antwort: Nein. Und ich kann dir sogar sagen, was du dafür tun kannst, um endlich aus dem Hamsterrad zu entkommen. Das Stichwort lautet „Digitales Nomadentum“.

Was ist ein „Digitaler Nomade“?

Ein digitaler Nomade (auch Internet-Nomade, Büronomade, urban nomad) ist ein Unternehmer oder auch Arbeitnehmer, der fast ausschließlich digitale Technologien anwendet, um seine Arbeit zu verrichten und zugleich ein eher ortsunabhängiges beziehungsweise multilokales Leben führt. (…) Digitale Nomaden arbeiten typischerweise von zu Hause, im Hotel, im Café, auf dem Boot, im Internetcafé, oder in öffentlichen Bibliotheken. Ihr Arbeitsplatz ist zumeist dort, wo Internetzugriff besteht. In der Regel handelt es sich um Wissensarbeiter, die ihre Arbeit dank des Internets unabhängig von einem festen Arbeitsort ausführen können. Die Berufe der digitalen Nomaden sind sehr vielfältig. Viele betreiben Websites oder Blogs und monetarisieren die Inhalte durch Werbung oder den Verkauf digitaler Produkte. Auch der Betrieb von Informationsportalen, Online-Communitys und Foren zählt in diese Kategorie. Andere arbeiten als Autoren oder Übersetzer. Eine große Zahl digitaler Nomaden ist im Online-Marketing, Affiliate-Marketing oder E-Commerce tätig. Auch technische Berufe wie Grafikdesigner, Webdesigner oder Softwareentwickler eignen sich gut hierfür. Andere verdienen ihren Lebensunterhalt durch projektbezogene Arbeit, Beratungsleistungen oder Vorträge. Diese erfordern nur selten einen bestimmten Aufenthaltsort.“ *Quelle: Wikipedia

Auch ich arbeite nun mittlerweile seit knapp zwei Jahren ortsunabhängig. Und ich liebe es. Wenn du mit deinem Berufsleben zufrieden bist, kannst du an dieser Stelle gerne aufhören zu lesen. Wenn dich das Leben als Digitaler Nomade jedoch neugierig gemacht hat, lies am besten jetzt weiter.

Freiheit

Definitiv die schönste Sache an meinem digitalen Nomadenleben ist die Freiheit, die ich besitze, nachdem ich meinen gut bezahlten Job in einer Kommunikationsagentur gekündigt habe. Nicht die Dinge, die du besitzt, machen glücklich, sondern Erlebnisse, Erfahrungen und das Kennenlernen anderer Kulturen und Nationalitäten. Während ich in meiner Studienzeit vielmehr das Ziel verfolgte, möglichst viel Geld zu verdienen, kommt es mir jetzt auf die Zeit an, die ich habe, um die Welt zu entdecken. Ein spontaner Kinobesuch Montagmorgen, mal einfach ausschlafen und nichts tun oder kurzfristig wegen eines Jobangebots nach Mauritius oder Martinique fliegen sowie einen Roadtrip durch Portugal machen. Alles ist möglich. Und ich habe es tatsächlich in den letzten zwei Jahren selbst erlebt.

Geld

Nach meinem Studium hatte ich sofort einen Job: Marketing und Social Media Beratung für ein mittelständisches Unternehmen.  Meine Bezahlung war überdurchschnittlich gut, ich konnte nahezu jeden Tag pünktlich nach Hause gehen und meine Arbeitskollegen waren nett. Doch ich wollte mehr. Ich wollte, dass das Unternehmen mehr Profit macht, erfolgreicher wird, expandiert. Das einzige Problem an der Sache: Mein Gehalt blieb gleich bzw. änderte sich nur gering.

Und das ist ein großer Unterschied zu meiner Tätigkeit als Digitaler Nomade. Neben meinen allgemeinen Fixkosten (Versicherungen, Steuern etc.), bin ich zu 100% verantwortlich für mein Einkommen. Und das ist gut so. Ob ich am Monatsende 1000 Euro oder 30 000 Euro verdient habe, hängt von mir ab.

Minimalismus

„Wir kaufen Dinge, die wir nicht brauchen, von Geld, das wir nicht haben, um Menschen zu beeindrucken, die wir nicht mögen.“ Dieser Satz könnte treffender nicht sein. Sobald man sich frei gemacht hat, von ständigem Konsum, ist man schon einen Schritt weiter, um erfolgreich als Digitaler Nomade durchzustarten. Mit Minimalismus ist jedoch nicht gemeint, gänzlich auf alles zu verzichten. Doch die Frage, was brauchst du wirklich, ist enorm hilfreich. Während meiner Studienzeit habe ich in den kleinsten WG-Zimmern gewohnt, die man sich vorstellen kann, um Miete zu sparen. Die gesparte Miete, habe ich lieber in Erlebnisse mit Freunden, Fortbildungen, Reisen und Dinge, die Blog Bohème und mich weiterbrachten, investiert. In dieser Zeit habe ich relativ schnell bemerkt, dass man für ein schönes Leben nur sehr wenig braucht. Und das der Besitz von zu vielen Dingen am Ende nur zur Belastung wird bzw. werden kann.

Gelegenheiten

Nachdem ich mich dafür entschieden habe, meinen Job zu kündigen, ging die Reise erst richtig los. Neben zahlreichen weniger angenehmen Dingen (Anmeldung beim Finanzamt, Vorsteuervergütung, Steuerrückzahlungen, private Krankenversicherung, Medienhaftpflichtversicherung, Steuerberater usw.), haben am Ende die neuen Erfahrungen alles übertroffen. Ständig begegne ich beim Reisen oder auch in Cafés / Co-Working Spaces Menschen, die wahnsinnig spannende Dinge tun: Menschen, die aus Überzeugung NGOs starten, junge Unternehmer, die innerhalb weniger Jahre unfassbar viel Geld mit ihrem Start-Up verdienen und nur noch wenige Stunden in der Woche dafür arbeiten, Blogger, die durch die Welt reisen und Bücher schreiben,  Foodblogger, die Restaurants und Cafés eröffnen sowie Entrepreneurs, die weltweite Konferenzen für Digitalen Nomaden veranstalten.

Leben

Man lebt nur einmal. Also wieso bitte in der Vergangenheit oder in der Zukunft leben? Du bist nur einmal jung, mobil, hoffentlich gesund und ehrgeizig. Noch nie in der Geschichte hatten wir so viele Möglichkeiten wie heute. Es spielt keine Rolle, ob du aus einer wohlhabenden Familie kommst, welche Sprache du sprichst und welchen Schulabschluss du hast. Also mach etwas draus. Digitaler Nomade zu sein, bedeutet für mich, das Leben zu leben, das ich wirklich will. Das Leben ist nämlich dafür da, es in vollen Zügen zu leben. Jede Sekunde und jeden Atemzug.


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