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Best Of Travel 8. Januar 2018

Places We Love: Farol

„Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen schlechtes Wetter für Ihren Aufenthalt im „Farol Design Hotel“. (Und) ein ordentliches Tiefdruckgebiet über dem Atlantik: Regen, Wind und hohe Wellen.“ schrieb Marc Baumann in einer Ausgabe des Süddeutschen Zeitung Magazins (26/2016).

Schließlich, knapp zwei Jahre später, stehe ich an der Rezeption des Hotels. Draußen regnet es in Strömen und der Himmel ist so dunkel, dass man das Gefühl hat, die Sonne sei gar nicht aufgegangen. Wenige Minuten später, öffne ich die Tür meiner Suite, die von dem portugiesischen Modedesigner Miguel Vieira entworfen wurde. Minimalistisch, vorwiegend in weiß gehalten und einem verglasten Badezimmer, das vermutlich für frisch verliebte Paare entworfen wurde. Der Rezeptionist schmunzelt: „Unsere Honeymoon Suite“ und schließt die Türe langsam hinter sich.

Eine separate Toilette wäre dann aber doch wünschenswert gewesen, denke ich. Regentropfen schlagen gegen die zwei großen Fenster, das persönliche Herzstück meiner Suite. Ich lege mich auf das Bett und sehe schäumendes Wasser in die kleine Bucht  schwappen, die sich direkt vor den Fenstern befindet sowie meterhohe Wellen, die Richtung Leuchtturm rollen, um dort mit einem lauten Tosen an der Felsenküste zu brechen. Am Horizont sehe ich ein Containerschiff. Und auch ein kleines Ruderboot, das von den Wellen ordentlich durchgeschüttelt wird.

Doch kurz zur Geschichte des Hotels: Das Herrenhaus wurde im Jahr 1890 vom Grafen von Cabral erbaut und diente in den 1950er Jahren als Sommerresidenz für zahlreiche Adlige. Heute ist das Hotel eine gelungene Symbiose aus moderner Architektur und traditionellem, historischen Herrenhaus. Insgesamt verfügt das Hotel über 33 Zimmer und Suiten. Natürlich hat das Hotel auch einen Außenpool, den ich jedoch im Januar nur mit Neoprenanzug testen hätte können.

Absolut empfehlenswert ist das „The Mix Restaurant“ des Hauses (unter der Regie von Küchenchef Ricardo Deus): eine regionale Mittelmeer-Fusionsküche mit Produkten und natürlichen Aromen der Region. Oder das „Sushi Design“, vielleicht das beste Sushi in Portugal. Bei gutem Wetter ist vermutlich jeder Urlaub schön. Bei schlechtem Wetter hingegen, wäre man oftmals lieber zu Hause geblieben. Umso besser, dass man sich relativ schnell im Farol zu Hause fühlt.

Am Tag meiner Abreise, hat sich der Himmel wieder hellblau gefärbt. Die Sonne scheint. Das Frühstück schmeckt ehrlicherweise doppelt so gut, wenn die Sonne scheint. Doch der Blick vom Frühstücksraum auf den Atlantik hat sowohl bei Regen als auch bei Sonne eine große Gemeinsamkeit: er ist im Farol einzigartig.

© Design Hotels

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Farol Design Hotel

Av. Rei Humberto II de Italia 7,

2750-800 Cascais

Portugal

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