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Spanien Travel 13. Februar 2015

Mallorca: Schluss mit dem Klischee der „Putzfraueninsel“

Früher war alles anders: vor etwa 60 Jahren war Reisen noch eine Herausforderung. Beispielsweise, wenn man von Deutschland nach Mallorca reisen wollte, konnte man sich auf eine mehrtägige Reise einstellen. Auch heute noch dauert die reine Fahrt von München, die durch Frankreich und Nordspanien führt, mindestens vierzig Stunden und kostet über 300 Euro pro Person. Klar: man braucht schließlich mindestens drei Züge und eine Fähre, um auf die 1400 km (Luftlinie) entfernte Insel zu kommen. Vermutlich nur eine Option für Menschen mit Flugangst, sowie Menschen die ihren ökologischen Fußabdruck sehr ernst nehmen und ihren Haustieren die Flugreise ersparen oder die Anreise schon zum Erlebnis machen wollen.

Damals war Mallorca noch unentdeckt und oftmals mit einer Seereise von Barcelona aus verbunden. Man brachte die Insel vor allem mit Exotik und Luxus, weiten, sowie feinkörnigen Sandstränden und einer traumhaften Hauptstadt in Verbindung. Und heute: Ballermann, Sangria, Go-go Girls auf Biertischen und hässlicher Schlager. Männer mit knallroten Köpfen, I love Mallorca T-Shirts, Frauen mit knallroten String-Tangas, unter viel zu knappen Jeansshorts und gefälschten Täschchen, die an Marken wie Louis Vuitton und Prada erinnern sollen.

Mallorca

Nach wie vor ist Mallorca der Sehnsuchtsort Nummer 1 der Deutschen: knapp 4 Millionen deutsche Touristen sind im Jahr 2014 auf die Insel gereist. Und dieses Jahr werden es vielleicht sogar noch mehr… In knapp dreißig Minuten ist Boarding und ich sitze am Münchner Flughafen. Um mich herum: vorwiegend ältere Menschen, optisch zu beurteilen ein paar wenige Geschäftsleute mit mindestens zwei Smartphones, Ipad und Rimowa Boardtrolleys, sowie vereinzelt ein paar SpanierInnen, die das gleiche Ziel wie ich haben: Palma de Mallorca. Wenn man öffentlich zugibt, dass man eine Reise nach Palma gebucht hat, kann man davon ausgehen, dass dein Gegenüber entweder anfängt zu lachen, Saufwitze macht oder Dich als Kulturbanause abstempelt. Die Meisten scheinen dabei zu vergessen, dass der Ballermann sich im Februar noch ausnüchtern muss und erst ab Ende März, wenn der Mega Park und das Oberbayern wiedereröffnen, unzählige Pauschaltouristen und Partywütige auf die Insel lockt.

Im Februar hingegen: meistens, angenehmes sonniges Wetter (zwischen 10 und 18 Grad), traumhafte Strände, Ruhe, einige Rennradfahrer und Segler, die Zeit der weltberühmten Mandelblüte und die beste Zeit, um die Insel und die Hauptstadt Palma von seiner besten Seite kennenzulernen. Während man am Playa de Palma vorwiegend auf deutsche Touristen trifft, die auch im Urlaub nicht auf Weißwurst, deutsches Bier und Sauerkraut verzichten können, sieht es nur ein paar Kilometer weiter in der Hauptstadt Palma, eine vollkommen eingeständige und reiche katalanische Stadt, ganz anders aus. Natürlich gibt es auch dort Bars und Restaurants, die Speisekarten auf deutsch bereithalten: der große Unterschied. Es sind mallorquinische Gaststätten und keine deutschnationalen Abfertigungshallen mit scheußlichem Essen.

Mallorca

Es ist mir ein Rätsel, wie eine wunderschöne Insel wie Mallorca nur auf das Klischee „Komatrinken, Sex, Schlager und billiges Essen“ reduziert werden kann. Denn Mallorca ist so vielseitig: und das hat mich echt umgehauen. Gebirgslandschaften, pittoreske Dörfer, ein prunkvoller Hafen, behagliche Fincas, mallorquinische Lebenskultur und Kulinarik, sowie eine unfassbar inspirierende Hauptstadt. Das Bild von der „Putzfraueninsel“ ist zumindest für mich Geschichte. Und wer mir nicht glaubt, kann weiterhin Witze über Mallorca und den Ballermann machen. Selbst schuld.

Mallorca

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Mallorca

Ich liebe Vespa!

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Die gotische Kathedrale von Palma

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Einer meiner Lieblingsorte in Palma: der Hafen

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Space Invaders in Palma …

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Keine Spur vom Ballermann

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I love Palma: me too

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 Das Treppenviertel von Palma: mein „place to be“

Mallorca

Auf der Dachterrasse vom Es Baluard

Mallorca

 


Für den Aufenthalt in Palma empfehle ich den Palma Pass. Ideal, um die Stadt und die Umgebung kennenzulernen. Außerdem finden sich in dem Guide des Palma Passes unzählige Restauranttipps. Ich selbst war beispielsweise bei Es Baret, eine authentische, mallorquinische Imbissstube in der Mitte von Palma Paella essen. Es schadet nicht, wenigstens ein paar Worte spanisch zu sprechen. Deutsch spricht dort nämlich niemand. Und Englisch im besten Fall gebrochen…

Ein weiterer Tipp von mir ist das Es Rebost: Soul Food, mitten in Palmas Altstadt. Salat mit Fenchel, Birnen, Apfel und Oliven. Unfassbar lecker. Schmeckt aber vermutlich nur, wenn die Sonne scheint…

Okay: Museen gibt es zahlreiche in Palma. Aber auf jeden Fall lohnt sich ein Besuch im Es Baluard. Sozusagen der Inbegriff für moderne und zeitgenössische Kunst auf den Balearen. Auf jeden Fall auf der Dachterrasse den Ausblick genießen.

Es kein Geheimnis, dass ich einen Schuhtick habe: vor allem Sneakers. Auch in Palma gibt es einen super Sneaker Shop: Pasatiempos. In der Umgebung von Pasatiempos sind viele weitere tolle Shoppingmöglichkeiten abseits des Mainstreams. Mein Lieblingsviertel!

Kaffee trinken: am besten in der Tapas Bar Café L´Antiquari. Was auf den ersten Blick wie ein Antiquitätengeschäft mit unzähligen Vintage Interieur aussieht, ist auf den zweiten Blick für mich der beste Platz um Kaffee zu trinken, gute Musik zu hören und interessante Menschen zu treffen.

6 Comments

  1. Schöne Fotos und ein toller Artikel!
    Jetzt habe ich direkt Fernweh und möchte auswandern. Wer möchte das nicht?
    Deine Tipps nehme ich mir natürlich zu Herzen, die ich beim nächsten Besuch Mallorcas abarbeiten werde.
    Liebe Grüße

  2. Toller Beitrag, und vor allem auch super Fotos! Mallorca hat wirklich eine Menge zu bieten! Besonders für Radsportler ist die Insel eines der beliebtesten Ziele! Liebe Grüße, Melanie von Immobilien Mallorca! Ich hoffe, man kann demnächst mal wieder ein paar neue Informationen lesen! 🙂 Sonnige Grüße von Mallorca!

  3. Hey,
    schöner Beitrag. Macht Lust direkt mal wieder nach Palma zu reisen. Vor allem der Sneakershop steht jetzt auf meiner To-do Liste. Mallorca soll ja auch zum klettern wunderschön sein. Sollte man auch mal machen.
    Viele Grüße
    Joana von http://www.lifestyle.joanafranke.de

    • Dann bring ein paar spannende Insider Tipps mit 🙂

  4. Reisen zu schönen Zielen – das ist, was ich immer wieder tun muss. Unbekannte Personen, unbekannte Ortschaften, interessante Erlebnisse… Für den Fall, dass ich weitläufig reisen will, gefällt mir, zu fliegen – das schont sicher unglaublich viel Zeit. Aber für den Fall, dass man ziemlich viel ungenutzte Zeit hat, macht es auch Sinn, mit dem Reisebus zu reisen: man kann während der Reise vieles vom Platz aus erblicken.

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