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Design Lifestyle 5. September 2016

Kinfolk Home: Lebe deinen Rhythmus

Das eigene Leben zu ästhetisieren, bis in die allerkleinste Kleinigkeit. So oder so ähnlich könnte der Slogan des Lifestyle-Magazins „Kinfolk Magazine“ heißen, welches es bereits seit dem Sommer 2011 gibt. Mittlerweile hingegen gehört die Zeitschrift in jede gut sortierte Bibliothek eines Design-Enthusiasten, Vorzeige-Hipsters oder einfach eines Menschen mit gutem Geschmack.

Hannah Ferrara & Malcolm Smitley, Portland Das Paar lädt an ihrem großen Esstisch oft Freunde zum Brunch ein.
Hannah Ferrara & Malcolm Smitley, Portland
Das Paar lädt an ihrem großen Esstisch oft Freunde zum Brunch ein.

Gerade ist die 21. Ausgabe erschienen, die sich den eigenen vier Wänden und alles was damit verbunden ist, widmet. Das Heft spricht die Sprache eines gut gemachten Blogs, pastellige, kühle Farben und Alltagsgegenstände, die zu Designobjekten werden. Bücherregale mit ausgewählter Literatur, weiße Kleiderstangen, Industrielampen und Blumen. Meistens minimalistisch. Und die Menschen, die auf den Bildern zu sehen sind: mal gestellt, mal extrem ehrlich. Blöderweise sind die Ausgaben bereits nach wenigen Wochen ausverkauft.

Diese Art von Tisch stand früher typischerweise in dänischen Kü- chen. Er ist gebraucht, genauso wie die Stehlampe daneben.
Diese Art von Tisch stand früher typischerweise in dänischen Küchen. Er ist gebraucht, genauso wie die Stehlampe daneben.
Nathalie Schwer, Kopenhagen Die Stylistin verändert in ihrer Wohnung häu g die Raumauf- teilung und das Mobiliar.
Nathalie Schwer, Kopenhagen
Die Stylistin verändert in ihrer Wohnung häufig die Raumaufteilung und das Mobiliar.
Nathalies Frama Wall Light ist gleichzeitig eine Lampe und ein kleiner Nachttisch.
Nathalies Frama Wall Light ist gleichzeitig eine Lampe und ein kleiner Nachttisch.

Was aber macht Kinfolk eigentlich anders? Es mag wohl daran liegen, dass „Kinfolk“ seinen Lesern  nicht ein glückliches, perfektes Leben vormachen möchte, sondern vielmehr inspiriert, wie ein solches Leben aussehen könnte. Eben so, wie wenn man einen inspirierenden Menschen kennenlernt, den man für seinen Stil, seine Belesenheit und seinen guten Geschmack bewundert. Hinter dem Magazin steht Nathan Williams, ein Endzwanziger aus Portland, der sein Wirtschaftsstudium schmiss, um sich seiner Vision zu widmen: Nämlich ein eigenes Magazin herauszugeben.

Viele Details der alten Fabrik sind in der neuen Wohnung des Designerpaars erhalten geblieben.
Viele Details der alten Fabrik sind in der neuen Wohnung des Designerpaars erhalten geblieben.

Vor wenigen Wochen ist nun „The Kinfolk Home – Lebe in deinem Rhythmus“ erschienen, das Slow Living von Kanada bis Japan zeigt: Die Macher des international erfolgreichen Kinfolk Magazins zeigen in diesem Buch 35 inspirierende Wohnporträts aus der ganzen Welt. In ihrer Reduziertheit und klaren Ästhetik folgen die Bewohner der unterschiedlichsten Domizile der Idee des entschleunigten Wohnens. So teilen die Porträtierten mit uns, wie ihre Überzeugungen und Werte ihre Wohnungen beeinflusst haben und wie umgekehrt auch ihr Zuhause sie prägt. Ob es der zurückgezogene Arbeitsplatz unter dem Dach, ein Zimmer mit Aussicht oder die lange Tafel für Gäste ist – alle Bewohner zeigen ihre persönlichen Möglichkeiten auf, das Leben zu vereinfachen, Gemeinschaft mit Familie und Freunden zu zelebrieren und sich Zeit und Raum für die Dinge zu nehmen, die ihren ganz persönlichen Intentionen entsprechen. Die Mischung der abwechslungsreichen Porträts und Interieurs, Darstellungen und Essays ist außergewöhnlich und bringt einem die Freude der Designer, Unternehmer, Architekten, Fotografen und Stylisten an ihren Wohnungen nah. Das international erfolgreiche und gefeierte Kinfolk Magazin ist geprägt von der Idee der Entschleunigung. Es will seinen Lesern Möglichkeiten aufzeigen, das Leben zu vereinfachen, Gemeinschaft zu pflegen und mehr Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen. Ein wunderbares Buch, das man immer und immer wieder durchblättern möchte.

© Nathan Williams The Kinfolk Home Lebe in deinem Rhythmus

Jenni Kayne & Richard Ehrlich, Los Angeles Wenn die Türen geöffnet sind, besteht ein nahtloser Übergang zwischen drinnen und draußen.
Jenni Kayne & Richard Ehrlich, Los Angeles
Wenn die Türen geöffnet sind, besteht ein nahtloser Übergang zwischen drinnen und draußen.

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