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Best Of Interior Lifestyle 15. Dezember 2017

Inspired by OBJEKTE UNSERER TAGE und Anton Rahlwes

Minimalistisch, funktional, verliebt in Details, solide Handwerkskunst und in Deutschland gefertigt. Wahrlich eine Kombination, die uns gefällt. Das in Berlin ansässige Designbüro gehört zu unseren persönlichen Entdeckungen des Jahres. Beschreiben tun sich selbst folgendermaßen: „Wir denken modular und flexibel. Wir wollen Funktionalität und Ästhetik. Wir entwerfen mit Herz und Verstand. Wir sind designverliebt und materialbewusst. Wir handeln besonnen und nachhaltig. Wir sind detailvernarrt und schnörkellos. Wir fertigen mit Raffinesse und handwerklichem Geschick. Wir bleiben offen und neugierig. Wir schaffen Räume für eine selbstbestimmte Generation. Wir kaufen online und teilen mit Freunden. Wir sind Designed in Berlin & Made in Germany. Wir sind OBJEKTE UNSERER TAGE.“ 

Grund genug  für eine neue Folge „Inspired by“. Das Interview haben wir mit Designer und Mitgründer Anton Rahlwes von „OBJEKTE UNSERER TAGE“ geführt.

Was hat euch dazu bewegt, OBJEKTE UNSERER TAGE zu gründen?

Grundsätzlich sind wir drei Gründer, die alle die Motivation hatten und haben, etwas zu erschaffen. Wir haben alle eine große Affinität zu Design in allen Formen, das ist unsere Leidenschaft. Wir haben uns damals entschlossen OBJEKTE UNSERER TAGE zu gründen, weil wir finden, dass es wenig Möbelmarken gibt, die sich offen und neugierig den Herausforderungen und ästhetischen Ansprüchen unserer und zukünftiger Zeiten stellen. Deutschland hat eine lange Design-Tradition. Ob in der Architektur, dem Automobilmarkt, generell im Industriedesign und neuerdings sogar vermehrt in der Mode. Nur der Möbelmarkt ist in den letzten Jahren ziemlich eingeschlafen. Ein bisschen ging der Mut und der Innovationsanspruch verloren. Dies wollen wir ändern und sowohl unser Team, als auch das Timing scheinen absolut perfekt dafür.

Eure Stücke sind alle zeitlos, schlicht und funktional. Nach welchen Grundprinzipien werden eure Designs gefertigt?

In unseren Entwürfen berücksichtigen wir verschiedene Aspekte: Erste und unabdingbare Grundlage ist das zeitgemäße Entwerfen. Wir schauen mit offenen, neugierigen Augen in die Gesellschaft und kristallisieren Bedürfnisse dieser und kommender Generationen heraus. Diese setzen wir dann in Form, Farbe und Materialität um. Die Funktion im Sinne des Bauhauses, ist uns zu eindimensional. Dass ein Objekt seinem physischen Nutzen gerecht wird, ist für uns eine Selbstverständlichkeit, wir ergänzen diesen Nutzen allerdings um eine emotionale Komponente. Erst wenn ein Mensch an einem Tisch Sitzen, Essen und Arbeiten kann und sich darüber hinaus noch mit dem Möbel identifiziert und es emotional positiv belegt, ist es für uns ein gelungenes Design.

© Anne Deppe

Ihr legt bei der Produktion eurer Möbel großen Wert auf Transparenz. Wie wichtig ist Made in Germany heutzutage?

Made in Germany hat für uns viele positive Eigenschaften. Wir wollen wissen wie und unter welchen Bedingungen unsere Produkte gefertigt werden. Dies sollte übrigens jeder Konsument und auch jeder Produzent wollen. Außerdem hilft uns die Nähe zur Produktion beim Entwerfen. Je näher man an der Produktion ist, desto mehr Wissen eignet man sich über eben diese an. Des Weiteren haben wir hohe qualitative Ansprüche, genau wie unsere Kunden. Diese können wir am besten umsetzen, wenn wir nah am Produkt sind und an den Menschen, die es herstellen. Grundsätzlich kann man sagen, dass es für uns ein Versprechen an unsere Kunden und an unsere Produktion ist, wertschätzend mit Ressourcen umzugehen. Deswegen liegt uns Made in Germany sehr am Herzen.

Ist ein Trend zu erkennen, dass vermehrt die Produktion wieder nach Deutschland zurückkehrt?
Inwieweit hat sich das Bewusstsein eurer Kunden verändert?

Bei anderen Marken können wir den Trend nicht wirklich sehen. Es ist immer reizvoll den einfachen Weg zu gehen und die Augen ein bisschen zu zukneifen. Das Bedürfnis nach Objekten, deren Herkunft nachvollziehbar und deren Qualität perfekt ist, sehen wir bei unseren Kunden allerdings schon. Die „Geiz ist Geil“-Mentalität geht zurück und die Menschen interessieren sich wieder mehr für die Herkunft der konsumierten Waren. Das begrüßen wir sehr, wobei es noch lange dauern wird, bis dieses bewusste Konsumieren breiter Konsens ist.

Berlin gilt weltweit als Mekka der Kreativität. Inspiriert euch die Stadt für eure Stücke? Wo findet ihr sonst noch Inspiration?

Natürlich ist Berlin eine inspirierende Stadt und hat damit viele bewusste und unbewusste Einflüsse auf uns. Unsere Designs stammen dennoch von Individuen und da hat jeder seine eigenen Inspirationen. Ich persönlich lasse mich von vielen Dingen inspirieren. Kunst bietet im besten Fall viele Impulse, sowohl für neue Formen, als auch für theoretische Ansätze. Ich stöbere gerne in Magazinen, gehe in Fotoausstellungen und lasse mich von utopischen Filmen und Science Fiction inspirieren. Auch andere Designdisziplinen wie die Grafik und die Mode eröffnen Perspektiven, die sich bestens eignen, um sie auf das Möbeldesign zu übertragen.

Was ist das Herzstück eurer Kollektion?

Ich würde sagen es gibt zwei Herzstücke, die beide aus unserer „Start-Kollektion“ stammen. Zum einen ist das der MEYER Tisch und zum anderen der SCHULZ Stuhl. Beides sind grundunterschiedliche Objekte, verkörpern aber einen absolut zeitgemäßen Anspruch. MEYER wird dem Bedürfnis gerecht sich im Kreise der Familie mit alten Freunden, neuen Freunden, Bekannten und Unbekannten zusammen zu begeben und auszutauschen. Sich also dem sozialen Genuss hinzugeben. Die Gemeinschaft und das Zusammensein stehen im Zentrum. So ist der MEYER auch entworfen. Er bietet Platz, nimmt sich aber trotzdem zurück und strahlt zudem eine wohnliche Wärme aus, ideal für das gebeutelte Individuum. Der SCHULZ Stuhl ist ein expressives Objektmöbel. Seine Form strahlt Stärke und Positionierung aus. Wer sich dieses Objekt zulegt beweist Mut und Selbstbewusstsein, Individualität und Willensstärke. So wie der MEYER für das Miteinander steht, steht der SCHULZ für das Gegeneinander – das stilistische Abgrenzen und akzentuieren des eigenen Charakters. Beides sind elementare Bedürfnisse der gegenwärtigen Generation.

Es gibt sehr viele Interior-Labels, die sich sowohl im Design, als auch in der Funktionalität ähnlich sind. Wie sticht ein Label bei diesem Überangebot heraus?

Wir sind ein junges, neugieriges Unternehmen mit dem Anspruch absolut zeitgemäße Möbel und Wohnobjekte zu machen. Mit einem Auge schauen wir immer in die Zukunft und versuchen kommende Bedürfnisse des Kunden zu erkennen und umzusetzen. Zur Umsetzung orientieren wir uns gerne an traditionellen Werten was Produktion, Langlebigkeit der Objekte und Nachhaltigkeit angeht. Mit dieser Kombination aus Innovation und Tradition sind wir absolute Vorreiter im Möbelmarkt.

© Anne Deppe

Vom Start-up zum etablierten Unternehmen: Was waren bisher die größten Herausforderungen beim Aufbau eurer Marke?

Der Möbelmarkt ist ein sehr konservativ geprägter Markt. Kaufentscheidungen werden stark von Sicherheitsgedanken beeinflusst. Der Käufer möchte keine Risiken eingehen, weder in der Design- noch in der Produktionsqualität. Die größte Herausforderung ist daher eine Vertrauensbasis zu unseren schon gewonnenen und zukünftigen Kunden aufzubauen. Zum einen müssen wir stetig die Qualität überprüfen und mit unseren Erwartungen und denen unserer Kunden abgleichen und zum anderen müssen wir uns immer wieder disziplinieren wirklich neugierig und offen zu bleiben. Das kann einem im Alltagsstress schnell abhanden kommen. Diese Symbiose aus Qualität und Novum ist eine große Herausforderung und zugleich unsere Existenzberechtigung als zeitgemäße Möbelmarke.

© Anne Deppe

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