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Fashion Feuilleton Fotografie Lifestyle 29. März 2016

Helmut Newton: Umstritten, aber niemals vergessen

Wer sich an die Fotografie des 20. Jahrhunderts zurückerinnert, fällt vermutlich sofort ein Name ein: Helmut Newton. Zweifelsohne gehörte er zu den populärsten und bedeutendsten Fotografen jener Zeit. Doch seine fotografischen Arbeiten sind bis heute umstritten: Während ihn seine Anhänger für seine revolutionäre Fotografie verehrten, hassten ihn manch andere für seine offenherzigen Frauenporträts.

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© Helmut Newton. Pages from the Glossies TASCHEN 2015

Angefangen hat alles in der Berliner U-Bahn im Alter von zwölf Jahren, um schließlich Jahre später als Meister der Aktfotografie in die Geschichte einzugehen. Newton hat es immer wieder geschafft, mit seiner Fotografie, Grenzen zu überschreiten. Man denke nur an seine großformatigen erotischen Frauenbilder wie die „Big Nudes“, die von unzähligen Museen weltweit gezeigt werden. Seine Aufnahmen erschienen in Magazine wie Vogue, Elle, Marie Claire und Playboy. Und er porträtierte Persönlichkeiten wie Kanzler Gerhard Schröder, Claudia Schiffer und Pierre Cardin. Über vierzig Jahre fotografierte Newton unzählige Strecken für die renommiertesten Magazine der Welt. In seinen Fotografien zeigt sich der Wandel des Zeitgeists: Während er in den 1950er Jahren und 1960er Jahren noch Kostüme in Schwarz-Weiß ablichtete, sind die Fotografien der 1970er geprägt von intensivem Technicolor und Dolce Vita am Pool.

Aktuell zeigt die Berliner Helmut Newton Stiftung seine Modefotografien in der Ausstellung „Pages from the Glossies“:

„In dieser Ausstellung sehen wir viele Bildikonen von Helmut Newton neu. Die Motive entstammen einem Zeitraum von mehr als vier Jahrzehnten; es sind Faksimiles aus renommierten, internationalen Modemagazinen, entstanden zwischen 1956 und 1998. Newton wurde von den wechselnden Verlegern oder Herausgebern in diesem langen Zeitraum immer wieder gebucht, um seine Versionen und Visionen der jeweils aktuellen Mode entstehen zu lassen. Diese kontinuität blieb in dem sonst so schnelllebigen Modebusiness eine Besonderheit.

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© Helmut Newton. Pages from the Glossies TASCHEN 2015

Entstanden für Zeitschriften wie Vogue, Elle, Queen und Stern wurden die später berühmten und begehrten Motive zunächst im Rahmen eines Mode-Editorials oder einer Bildgeschichte veröffentlicht. 1998 publizierte Newton eine Auswahl seiner Modeaufnahmen unter dem Titel „Pages from the glossies“ in Buchform.

In der Helmut Newton Stiftung werden nun erstmals die gesamten Einzel- oder Doppelseiten der in „Pages from the glossies“ versammelten Veröffentlichungen als vergrößerte Ausstellungsprints präsentiert, inklusive der individuellen Typografie, Seitenzahlen, Kommentare und Bildunterschriften. Die Präsentation der mehr als 230 Zeitschriftenseiten mit fast 500 Einzelaufnahmen bleibt insofern so authentisch wie möglich. Einige dieser schwarz-weiß-und Farbbilder wurden bislang noch nicht gezeigt. Auch sie gehören als publizierte und insofern von Helmut Newton legitimierte Aufnahmen zu seinem Gesamtwerk.

Der großen Übersichtsausstellung zu Newton wird auch diesmal das Werk eines anderen Fotografen zur Seite gestellt. Der amerikanische Fotograf Greg Gorman zeigt in „june’s room“ Farbporträts prominenter Musiker, Künstler und Schauspieler, darunter David Bowie und Grace Jones, Andy Warhol und Julianne Moore.“ (Quelle: Helmut Newton Stiftung)

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© Helmut Newton. Pages from the Glossies TASCHEN 2015

„Helmut Newton: Pages from the Glossies“
4. Dezember 2015 bis 22. Mai 2016
Ausstellung in der Helmut Newton Stiftung, Museum für Fotografie, Berlin

Der Katalog zur Ausstellung ist im Taschen Verlag erschienen.

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