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Feuilleton Film Kunst 14. Januar 2018

Heldenzeit – 75 Jahre Marvel

Wenn auch weite Epochen der Menscheitsgeschichte voneinander entfernt, ist es nicht ausgeschlossen, dass seine Heroen und Epen auch den Urvätern der griechischen Mythologie wie Homer oder Hesiod gefallen hätten. Mit Gestalten wie Spiderman, Iron Man und Captain America schuf der amerikanische Comic-Verlag Marvel einen Kosmos, der von zahlreichen Helden und Übermenschen bevölkert wird. Ihre Namen, Abenteuer und besonderen Fähigkeiten kennt jedes Kind und ein Phänomen, das als Groschenheftchen 1939 begann, lässt heute die Kassen der Kinos weltweit klingeln. So erscheinen seit nun beinahe 20 Jahren fast jährlich gleich mehrere Filme aus dem sogenannten Marvel Cinematic Universe. Ein Ende scheint dabei noch lange nicht in Sicht. Dabei den Überblick zu behalten, ist gar nicht so leicht – zumal die Filmemacher und Storywriter sich schon lange nicht mehr damit abfinden, in einem Film auch nur einen Helden zu behandeln.

© MARVEL
© MARVEL

Bekanntestes Beispiel dürften wohl die Suppertruppe der Avengers sein, die sich aus so illustren Gestalten wie Iron Man, Captain America, Thor, Hulk oder auch Spiderman zusammensetzt. Nach ersten Einzelverfilmungen tauchen diese nun immer wieder vereint als geballte Packung im Kampf gegen das Böse in eigenen Filmen auf. Aber auch die Gegnerschaft der Avengers wächst je nach Bedrohungslage von Film zu Film. Und wer im letzten Teil noch auf der guten Seite spielte, kann in der Zwischenzeit bereits das Lager gewechselt haben. Also gar nicht so leicht alles.

Wer sich deshalb noch schnell vor dem Kinostart des neuesten Mavel-Blockbusters „Avengers: Infinity War“ (Kinostart: 4. Mai 2018) auf dem Laufenden halten will und darüber hinaus noch Interesse an der Entstehung dieses besonderen Mythen-Kosmos und seinen Gestalten hat, dem sei wärmstens das Hammer-Buch (vermutlich auch so schwer wie Thors Hammer) „75 Jahre Marvel. Von den Anfängen bis ins 3. Jahrtausend“ (TASCHEN) empfohlen.

Auf über 700 (!!!) Seiten mit fast 2.000 Abbildungen, darunter alte Comic-Hefte, wertvollste Originalseiten, Fotos mit Blicken hinter die Kulissen, Standfotos aus Filmen und Abbildungen gefragter Spielzeuge und Sammlerstücke, werden alle bekannten wie auch nicht so bekannten Heldinnen und Helden des Marvel-Universums vorgestellt.

© MARVEL
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Spannend sind auch die Hintergründe und Biografien zum Stall der Kreativen, die mitunter ebenso legendär wurden, wie die Protagonisten, die sie schufen, wie zum Beispiel Stan „the Man“ Lee oder Jack „King“ Kirby. In mehreren Essays erforscht der Comic-Historiker und ehemalige Marvel-Chefredakteur Roy Thomas die Wesen und Herzen jener kostümierten Charaktere, die wie eh und je in Comics, Filmen und den Spielzeugregalen der Welt für das Gute kämpfen.

© MARVEL
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Unser Fazit: Ein Must Have nicht nur für Comic Fans sondern auch für alle, die das Phänomen der Superhelden in seiner zeitgeschichtlichen und popkulturellen Dimension näher begreifen wollen.

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