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Travel 4. Januar 2018

Die Bahamas oder das Gefühl von Glück auf dem Weg in die Freiheit

Manche Orte auf dieser Welt, sind so bekannt, dass man das Gefühl hat, sie zu kennen, obwohl man nie vor Ort gewesen ist. So zum Beispiel die Bahamas. Die Assoziationen sind vielfältig: strahlend weiße Sandstrände, türkisfarbenes, azurblaues und lapislazuli-farbiges Wasser, eine unberührte Natur einerseits, andererseits überdimensionierte Hotelanlagen wie das Atlantis Paradise Island und Grand Hyatt Baha Mar, schwimmende Schweine sowie Offshore- Gesellschaften und beliebtes Reiseziel der Hollywood-Elite.

Insgesamt bestehen die Bahamas aus 700 Inseln, von denen 30 bewohnt und bisher nur 16 erschlossen sind. Eine dieser Inseln trägt den Namen „Eleuthera“, das griechische Wort für Freiheit.

Noch etwas schlaftrunken, lege ich den Telefonhörer des Hoteltelefons auf und bedanke mich bei der Rezeption, dass sie mich so früh geweckt haben. Es ist vier Uhr morgens, die Sonne noch lange nicht aufgegangen und ein Kreuzfahrtschiff funkelt in der Dunkelheit, das ich von meinem Hotelzimmer aus sehen kann. Die Prince George Wharf ist nur wenige Meter von dem geschichtsträchtigen, dennoch etwas in die Jahre gekommenem British Colonial Hilton entfernt. Anstatt wie hunderte Kreuzfahrer meinen Tag damit zu verbringen, über die Bay Street Nassaus zu laufen, an der empfehlenswerten True Bahamian Food Tour teilzunehmen oder mit dem Wassertaxi nach Paradise Island zu schippern, mache ich mich auf den Weg zum Flughafen.

Überpünktlich hebt die Propeller-Maschine mit lauten Rotoren-Geräuschen und einer Handvoll Passagieren ab. Exakt zum Sonnenaufgang fliegen wir durch eine leichte Wolkendecke, die sich mit den zahlreichen Blautönen des karibischen Meeres vermischt. Genau in diesem Moment durchfährt mein Körper für wenige Sekunden ein warmes Gefühl, ein Gefühl von Glück auf dem Weg in die Freiheit. Nur 30 Minuten von Nassau entfernt, landet die Maschine der Fluggesellschaft mit dem reizenden Namen „Flamingo Air“ mit einem lauten Krachen auf der Landebahn in Governor’s Harbour Eleuthera Airport, wobei der Flughafen eher an eine Bushaltestelle in einem deutschen Vorort erinnert. „Have a nice trip“, ruft mir der Ko-Pilot der Maschine hinterher, während er das Gepäck für mich entlädt.

Ein weltweit einmaliges Naturschauspiel

Mittlerweile bin ich am schmalsten Punkt der Insel angekommen, der den Eindruck macht, jeden Moment auseinander zu brechen. Die Glass Window Bridge verbindet das tosende tiefblaue Wasser des Atlantiks mit dem ruhigen, türkisfarbenen Karibischen Meer an Land. Dieser Ort ist magisch.

© Michael André Ankermüller

Harbour Island

Noch spannender als Eleuthera ist deren Nachbarinsel Harbour Island mit ihrem pinkfarbenen Strand, die im 18. Jahrhundert einst die Hauptstadt der Bahamas war. Heute hingegen ist sie ein beliebtestes Ferienziel der Schönen und Reichen aus aller Welt. Wie so oft sitze ich in einem kleinen Boot, welches mich nach Dunmore Town auf Harbour Island bringt. An dieser Stelle sei erwähnt, dass eine Reise auf die Bahamas mit einer Reise mit unzähligen Fortbewegungsmitteln verbunden ist.

Auf Harbour Island angekommen, habe ich auf den ersten Blick wirklich den Eindruck davon, wieso die Bahamas immer wieder mit einem irdischen Paradies in Verbindung gebracht werden. „Home of friendly People“ steht in großen handgeschriebenen bunten Buchstaben auf einem windigen Holzschild, das kurz davor ist, abzubrechen. Bunt wie die pistaziengrünen, zitronengelben und marzipansrosanen Holzhäuschen, die auf Harbour Island in jeder Ecke zu finden und ein Vermögen wert sind, wie die Schaukästen der ortsansässigen Immobilienmakler verraten.

Hühner hüpfen über die Straße, während unzählige Golfwagen, das Hauptverkehrsmittel auf Harbour Island, über die Insel tuckern. Eine bahamische Großfamilie sitzt sichtbar gelangweilt, aber dennoch mit einem breiten Lächeln im Gesicht vor ihrem Haus, das in Deutschland bestenfalls als Geräteschuppen verwendet werden würde. Laut rufen sie mir ein freundliches „Hallo“ und „How are you?“ entgegen. Jeder grüßt hier jeden, egal ob Urbewohner oder Wildfremder. Die Sonne knallt auf die kleine Insel, die die Weihnachtsdekorationen an den Hausfassaden doppelt ironisch aussehen lässt. Laute Rapmusik schallt aus den Lautsprecherboxen des Pick Ups von Clubbesitzer Daddy D, der am Straßenrand geparkt hat. Ich trinke einen großen Schluck Kalik, „The Beer of The Bahamas“, grinse und freue mich über die karibische Gelassenheit. Hier laufen die Uhren anders.

Und der Strand auf Harbour Island ist so schön, dass es unmöglich ist, sei man noch so ein talentierter Schreiber, es in Worte zu fassen. Und zudem außergewöhnlich leer an diesem Vormittag im frühen Dezember. Am Himmel dreht ein Wasserflugzeug langsam seine Runden, das vermutlich ein paar vermögende Touristen gebucht haben, um das Paradies auch nochmal von oben zu sehen. Ohne Zweifel mögen die Bahamas für viele ein Paradies sein. Der Strand ist so strahlend weiß, das man geblendet wird, das Wasser so blau, wie man es sonst nur aus den Werbekatalogen der Unterwäsche-und Bademodehersteller kennt und die Sonne scheint zuverlässig jeden Tag von morgens bis abends. Einzige Bedingung: man muss es sich leisten können.

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Condor fliegt von Frankfurt direkt in die Hauptstadt Nassau. Die Bahamas sind nicht gleich die Bahamas. Jede Insel hat seinen eigenen Charakter… 

Übernachten auf Harbour Island: Valentines Resort 

Diese Reise wurde freundlicherweise unterstützt vom Tourismus-Ministerium der Bahamas. Der vorliegende Beitrag spiegelt die persönliche Meinung des Autors wieder. 

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