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Europa Travel Ungarn 28. Oktober 2016

Debrecen und die atemberaubende Naturkulisse der Puszta

Über meinen Kopf dreht sich langsam eine Discokugel. Gitarren und Schlagzeug-Becken hängen an der Wand. Außerdem baumeln von der Decke die Überreste eine Flugzeugs, das aussieht, als wäre es vor einiger Zeit in jene Räumlichkeit gekracht, in der ich mich gerade befinde. Es ist bunt, schrill und laut. Auf den Fernsehgeräten läuft Fußball. Ungarn spielt gegen die Schweiz und liegt hinten. Junge Erwachsene trinken Bier, das hier nicht mehr als 800 Forint (etwa 2,50 Euro) kostet. Wer gerne Bier trinkt, ist hier genau richtig. Oder eben Schnaps für zwischendurch. In einem weiteren Raum spielt eine Band: Hard Rock auf Ungarisch. Das Publikum tanzt, grölt oder steht einfach nur rum. Kleine Plastikbecher für Shots fliegen durch die Luft. Die Wände sind bemalt mit Graffiti. Die Roncsbár in Debrecen ist ein Wunderland, in dem Alice ihre Freude gehabt hätte.

Wo liegt eigentlich Debrecen?

Debrecen, auch Tor zur Großen Ungarischen Puszta genannt, ist voll von Kontrasten. Auf der einen Seite das pulsierende Nachtleben der Roncsbár und spannende Gastronomie, auf der anderen Seite Entspannung in der Natur und Wellness. Zudem ist Debrecen Universitätsstadt, die in seiner über 650-jährigen Historie stets ein wichtiger Teil des ungarischen kulturellen Lebens war. Sie wurde sogar zweimal in der Geschichte zur Hauptstadt Ungarns – zur Zeit der Revolution 1849 und in den beiden letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges (1944-1945). So sind die Reformierte Großkirche und das Reformierte Kolleg zu Schauplätzen geschichtsträchtiger und schicksalshafter Ereignisse geworden.

 

Die Puszta: eine atemberaubende Naturkulisse

Wunderbar ist auch die zauberhafte Puszta, die in direkter Nähe zu der Stadt Debrecen liegt. Wer hierher kommt, wird verstehen, was es bedeutet, die „Zeit sei stehengeblieben“. Eine unendliche Weite, hölzerne Ziehbrunnen, Zackelschafherden und Graurinder sowie hütende Hirten („csikós“) in ihrer bunten Tracht. Entdecken lässt sich das Ganze am besten mit einer Pferdekutsche oder im Rahmen einer Safari auf vier Rädern. Vieles im Nordosten Ungarns wirkt märchenhaft.

Besonders empfehlenswert ist ein Ausflug in den Nationalpark Hortobágy, dem mit 82 000 Hektar größten Nationalpark Ungarns. Das Gründungsgebiet des seit 1973 bestehenden Areals um die namensgebenede Kleinstadt Hortobágy ist ein Bioreservat, dem die Unesco 1999 als hervorragendes Beispiel für die Koexistenz zwischen Mensch und Natur den Titel „Teil des Weltkulturerbes“ verlieh. Dort begegnet man beispielsweise Graurindern, Zackelschafen, Nonius-Pferden und Wollschweinen. Oder Hirten in ihren prächtigen blau-schwarzen Gewändern. Wer noch mehr Natur sucht, sollte unbedingt die Region um den Theiß-See besuchen. Der vor 30 Jahren geschaffene Stausee mit der ihn speisenden Theiß ist ein Paradies für die Vogelbeobachtung. Anfang Oktober hat man die Möglichkeit zahlreiche (mehrere hunderttausende) Kraniche zu sehen, die in Richtung Süden ziehen und an den Fischteichen in Hortobágy rasten. 

© Michael André Ankermüller
© Michael André Ankermüller

„Egészségedre!“ ruft mir der Barkeeper zu und reicht mir ein Stamperl Pálinka. „Egészségedre!“ versuche ich fehlerfrei nachzusprechen und kippe das Stamperl in mich rein. Schon erstaunlich, denke ich, dass man in weniger als zwei Flugstunden von München aus in so eine andere Welt reisen kann. 


Wo übernachten?

Zum Beispiel im Thermal und Wellness Hotel Aquaticum.

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Anreise

Von München nach Debrecen mit Lufthansa.

Unbedingt machen

In der Markthalle frisches Gemüse, Obst und Pilze kaufen. Den Nagyerdö Wasserturm besuchen und einen Spaziergang im Park Nagyerdö („Großer Wald“) machen. Ein Orgelkonzert in der Reformierten Großkirche anhören sowie am Samstag über den Blumenmarkt schlendern und das MODEM (Modernes und zeitgenössisches Kunstzentrum) und/oder das Déri Museum besuchen.

Dieser Beitrag ist in Kooperation mit dem Ungarischen Tourismusamt entstanden. Der vorliegende Beitrag spiegelt die persönliche Meinung des Autors wieder.

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