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Best Of Feuilleton Musik 21. April 2017

11 Fragen an Joe Goddard von Hot Chip

Pünktlich zum Start der Festival Saison erscheint heute das zweite Solo Album „Electric Lines“ von Joe Goddard. Seit mehr als 15 Jahren stellt das Bandmitglied von Hot Chip und den 2 Bears sein Können unter Beweis. Zwischen Basteleien in seinem Studio und Promo-Terminen zur neuen Platte beantwortete uns der Grammy-nominierte Produzent, Pop-Historiker sowie Mitbegründer des Labels Greco-Roman gut gelaunt im Berliner Office von Domino Records unsere Fragen.

Mit der neuen LP „Electric Lines“ zeigt Goddard nicht nur die unsichtbaren Verknüpfungen zwischen Soul-Elementen, Balearischen Beats bis hin zu seinen Berliner Vintage Eurorack-Synthesizern auf. Vielmehr beweist der Londoner, dass er kein Interesse an prätentiösem Electro-Geplänkel hat, sondern dazu in der Lage ist, ein reines Hitfeuerwerk für die Clubszene zu produzieren.

Whiskey oder Bier? 

Whiskey, wobei ich den Mix mag. Erst ein Bier, dann Whiskey.

Instagram oder Facebook?

Facebook.

Produzieren im Studio in London/Shoreditch oder daheim?

Studio! Zurzeit träume ich sogar von Synthesizern, im Studio kann ich mich gerade mehr ausleben, da meine Kinder daheim sind und gegen die Tür hämmern.

Optimist oder Pessimist? 

Eigentlich Optimist, bzgl. der momentanen Situationen was in der Welt geschieht, aber zwischenzeitlich eher Pessimist. „Electric Lines“, endet mit den Worten „Music Is The Answer“, das deutet doch schon auf ein positives Ende hin.

Womit wir auch schon direkt beim Thema wären. Wurden die Songs alle in einem bestimmten Zeitraum produziert? Und wie beschreibst du den Sound? 

Ja, ich habe vor allem in den letzten 18 Monaten viel mit Alexis Taylor (Hot Chip) produziert und Valentina, mit der ich schon die EP „Gabriel“ produziert habe. In vielen der Songs wurden vor allem Vintage Synthesizer eingesetzt. Auf dem neuen Album sind einige Songs, die zwar vom Stil her keinen massiven Unterschied zum Klang der Hot Chip Songs darstellen, dennoch will ich nun schauen, wohin mich mein eigenes Solo-Album treibt.

Es macht einen großen Unterschied, alleine im Studio zu produzieren, als wenn du permanent jemanden an deiner Seite hast, mit dem du deine Gedanken austauschst. Alleine ist es schwieriger zu entscheiden, wann ein Song wirklich fertig produziert ist – das kann Monate dauern. Oftmals brauche ich einen kurzen Moment Abstand, um dann zu checken, dass die weitere Veränderung am Song nicht richtig war, und ich ihn dann doch wieder zur vorigen Version umändere. Das Album ist ein gutes Resümee aller bisherigen Einflüsse und zeigt den Wandel.

Bleiben wir bei dem Song „Music Is The Answer“: Hat ein politischer Hintergrund dazu beigetragen den Titel festzulegen? 

(Lacht) Ich möchte nicht sagen, dass Musik die Antwort auf alles ist, aber sie kann dazu beitragen, Menschen zusammenzuführen. Gerade im Multikulturalismus wie wir ihn aus Berlin oder London kennen, ist es großartig zu sehen, wie Menschen zusammen tanzen, feiern und gemeinsam in einer Stadt leben können. Vor allem in England und Frankreich sind einige Politiker auf dem Vormarsch, die die Einwanderung einschränken wollen, deren Entscheidungen ich nicht unterstütze. Abschließend lässt sich sagen: Musik hilft das Gemeinschaftsgefühl zu stärken.

Was hat dich auf die Fährte gebracht ein Solo Album zu produzieren?

Ein Solo Album ist eine neue Challenge für mich gewesen. Nach den Recordings und dem Tourleben mit Hot Chip, habe ich mich unter anderem auf die 2 Bears fokussiert. Im Vergleich zum Solo Album ist 2 Bears aus einer Party-Idee heraus entstanden, als wir (Raf Daddy) vor einigen Jahren Warehouse-Partys in London veranstaltet haben, um ein breiteres Spektrum an Musik auflegen zu können.

Auch wenn ich leidenschaftlich gerne mit anderen Künstlern kollaboriere, hatte ich in den letzten Monaten Zeit meine eigenen Gedanken in Songs fließen zu lassen und auszutesten, wie es sich anfühlt, mal keine Kompromisse schließen zu müssen.

Du singst auf dem neuen Album. Wie kam es dazu?  

Ich war glücklich darüber Instrumente einzusingen. Wenn ich aber das Gefühl habe, dass ich mich wie in „So Long“ ausdrücken möchte, dann singe ich in bestimmten Situationen auch gerne selbst. Ein Song ist für mich gut, wenn ich das Gefühl habe, dass ich mich in den Lyrics widerspiegeln kann.

Das neue Artwork gleicht von den Farbtönen dem Hot Chip Cover „In Our Souls“ – Absicht? 

Ha! Nein, das war keine Absicht. Das Artwork für „Electric Lines“ hat mein Freund Robert Bell entworfen. Nachdem die ersten Songs produziert waren, habe ich ihn gefragt ob er Lust hätte sich vom neuen Sound inspirieren zu lassen und ein paar Entwürfe zu designen. Ich denke bei dem Cover ein wenig an bunte Kabel im Studio. Mit Robert arbeite ich auch zusammen, um ihn musikalisch bei seinen Installationen zu unterstützen.

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